Opel erinnert an „50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“

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Mit einer Ausstellung und einer Veranstaltungsreihe erinnern die Stadt Rüsselsheim, der Ortsverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und Automobilhersteller Opel an den fünfzigsten Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbevertrags.

Mit der Unterzeichnung der Arbeitskräfte-Allianz 1961 begann offiziell die türkische Migration in die Bundesrepublik. Der Anteil türkischer Staatsbürgerinnen und Staatsbürger wuchs in den folgenden Jahren auch in der Rüsselsheimer Bevölkerung und in der Belegschaft der Adam Opel AG. Die Ausstellung zeichnet anhand von vier Familienporträts den Weg nach, den türkische Arbeitsmigranten auf sich nahmen, um in Deutschland ihr Auskommen zu finden.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 25. November 2011 im Opel-Forum am Bahnhofsplatz in Rüsselsheim (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr).

Ende der siebziger Jahre waren rund 6.000 Beschäftigte mit türkischem Pass an den Produktionsbändern im Rüsselsheimer Werk tätig. Zwar hatte man bei Opel schon Erfahrungen mit ausländischen „Gastarbeitern“ sammeln können, aber mit der Einstellung türkischer Arbeitnehmer standen die Verantwortlichen vor neuen, schwierigen Aufgaben. „Auf das Unternehmen kamen Herausforderungen zu, wie wir sie bis dahin nicht kannten. Sprach- und Kulturunterschiede mussten überbrückt werden. Natürlich lief nicht immer alles reibungslos, aber unter dem Strich fanden wir für jedes Problem eine Lösung“, sagt Christian Möller, Personaldirektor der Adam Opel AG.

Betriebsratsvorsitzender Klaus Franz fügt hinzu: „Unsere türkischen Kolleginnen und Kollegen haben sich von Anfang an mit dem Unternehmen identifiziert. Wir bei Opel waren immer darauf bedacht, Integration im Betrieb praktisch umzusetzen. Auch die Betriebsratsarbeit hat hier eine ganz entscheidende Rolle gespielt. Es war eine Zeit des Gebens und des Nehmens, in der auch wir viel gelernt haben. Am Ende haben wir viel erreicht – mit allen Irritationen und Problemen, aber auch mit Solidarität und Gemeinsamkeit. Mittlerweile können wir auf fünfzig Jahre Integration im Betrieb zurückblicken.“

Die Ausstellung „50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen“ bildet außerdem den Rahmen für Themenabende zur Geschichte türkischer Migration in Rüsselsheim. Am 8. November erzählen türkische Einwanderer der ersten Generation, unter ihnen der erste türkische Opel-Mitarbeiter Sayit Demirpence, von ihren Erfahrungen. Am 16. November berichten junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren unter dem Titel „Perspektive Heimat – Leben zwischen Anpassung und Identitätsfindung“ über das Leben und Aufwachsen in zwei Kulturkreisen. Ein türkischer Abend, mit landestypischem Büffet, Musik und Tanz, wird am 25. November den Abschluss der Ausstellung bilden. Alle Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr im Opel Forum am Bahnhofsplatz.

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