Truck-Grand-Prix: Wenn die schaukelnden Riesen tanzen

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Der Nürburgring kennt in diesen Wochen keine Atempause. Kaum ist die Nordschleife „aufgeräumt“ vom 24-Stunden-Rennen, so wartet mit dem 26. ADAC Truck-Grand-Prix am kommenden Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes das nächste „Schwergewicht“ in der Eifel auf die Motorsportfans.

Eine Ansammlung von „Brummis“ ist für die meisten Betrachter in erster Linie ein Ärgernis. Weil man auf der Autobahn mal wieder hinten dran hängt, nicht vorbei kommt, Zeit verliert. Und weil man „die Dicken da vorn“ verflucht, da sie mal wieder die allseits gefürchteten „Elefantenrennen“ veranstalten. Doch auf dem „Ring“ ist am kommenden Wochenende mal wieder alles ganz anders. Da kann die Schar der mächtigen rasenden Führerhäuser gar nicht groß genug sein. Denn der „Trucker“ zieht alljährlich eine ganz besondere Klientel von Motorsportfreunden in seinen Bann.

„Truck-Grand-Prix“, das bedeutet nicht einfach nur Autorennen, das ist auch ein Stück gefühlter Lebensqualität einer ganz besonderen Spezies Mensch. Wer nämlich seit mehr als einem viertel Jahrhundert zum Duell der Riesen mit mehr als 1200 PS aus den Häusern MAN, Mercedes-Benz, Renault oder Volvo in die Eifel kommt, der will nicht nur mächtiges Motoren-Getöse genießen, sondern auch ein bisschen Country-Luft auf und neben der Rennstrecke schnuppern.

Der veranstaltende ADAC hat auch in diesem Jahr für eine bunte Mischung aus Sport, Show, Musik und Kultszene gesorgt, die ein paar Tausend „Freaks“ auf die Grand-Prix-Strecke locken wird. Auf der Rennstrecke werden in diesem Jahr wieder neue Namen die vielen Fans locken. Altmeister Hans-Joachim „Strietzel“ Stuck, der zwei Wochen zuvor einen tränenreichen Abschied vom 24h-Rennen gemeinsam mit seinen beiden Söhnen gefeiert hat, wird im Race-Truck auf die Piste gehen.

Seine beiden Söhne Johannes und Ferdinand greifen Samstag und Sonntag bei den gleichzeitig stattfindenden ADAC GT Masters in das Lenkrad eines Lamborghini Gallardo. Im illustren Feld der GT-Piloten befinden sich auch Skisprung-Legende Sven Hannawald und der Formel-1-Vizeweltmeister von 1997, Heinz-Harald Frentzen, die beide gemeinsam eine Corvette in der „Liga der Traumwagen“ steuern werden.

Die großen Namen in den „schaukelnden Riesen“ heißen dagegen Jochen Hahn, Gerd Körber, Markus Oestreich oder der ewig junge Lokalmatador Heinz-Werner Lenz. Erstmals sitzt in diesem Jahr in einem der überdimensionalen Renner, die Seite an Seite und Spiegel an Spiegel in den Kurven um Zentimeter-Vorteile kämpfen, auch eine Amazone. Die junge Schwäbin Stephanie Halm will dem starken Geschlecht ordentlich „Dampf unterm Hintern“ machen.

Die Freunde der Country-Musik locken heuer Protagonisten wie Revolverheld, Tom Astor, Larry Schuba und Lay D. an. Das traditionelle Konzert in der Müllenbachschleife am Samstagabend wird den „Ring“ an diesem Tag wohl weniger rocken, aber zumindest in echte Jonny-Cash-Stimmung versetzen. Auch für die großen Lkw-Hersteller ist das Event in der Eifel seit mehr als 20 Jahren ein Pflichttermin. Das Fahrerlager und die Fan-Meile rund um den Ring-Boulevard werden zum Schaufenster und zur Tauschbörse der neuesten Produkte aus dem Nutzfahrzeug-Bereich.

Mercedes-Benz beispielsweise zeigt der Öffentlichkeit auf dem Truck-Grand-Prix den neuen Actros. Besucher können das Fahrzeug, das neue Maßstäbe in der Lkw-Branche setzen soll, an den kommenden Tagen in der Eifel erstmalig in Augenschein nehmen.

Der 26. ADAC Truck-Grand-Prix 2011 beginnt am Freitag, 8. Juli, morgens mit den ersten freien Trainingsläufen der Race-Trucks, der Mittelrhein-Trucks und der ADAC GT Masters. Am Samstag und Sonntag finden jeweils ab 9 Uhr die ersten Rennen auf der verkürzten Strecke des Grand-Prix-Kurses statt. Die 60-minütigen Rennen der ADAC GT Masters beginnen an beiden Tagen um 12 Uhr. Am Sonntag wird um 14 Uhr ein großer Truck-Korso mit Showprogramm auf der Start- und Zielgeraden gestartet. Weitere Infos über Preise, Konzerte und das Rahmenprogramm auf www.truck-grand-prix.de.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Presse Truck-Grand-Prix

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