Eisklettern: Unterwegs sein als Abenteuer

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„Es ist kalt. Es ist nass. Es ist spiegelglatt und gefährlich. Es ist so ziemlich das Letzte, was normale Menschen im Winter tun möchten.“

So stand es in der Zeitschrift „Klettern“ (Ausgabe Dezember-Januar 2010/2011). Und vor dem Abenteuer „Klettern“ steht das Abenteuer, überhaupt dahin zu gelangen, wo man klettern möchte. Ohne Schneeketten – unmöglich.

Trotzdem ziehen in jeder Wintersaison viele und immer mehr Eiskletterbegeisterte bei klirrender Kälte, bewaffnet mit Kilos von Eisschrauben, Seil und Steigeisen und einem freudigen Lächeln auf den Lippen los, um an starr gefrorenen Wasserfällen die Vertikale zu fühlen.Gerade weil es kalt und so ziemlich das Letzte ist, was normale Menschen im Winter tun möchten.

Fernab von Gondeln, Seilbahnen, sonnenüberfluteten Pisten und Wärme spendenden Hütten hängen die erstarrten Zapfen und Eisblöcke meist im Schatten und ohne Animationsprogramm. Anstrengend ist es zu den Wasserfällen zu gelangen und frieren wird man, trotz guter Kleidung. Doch wenn man in diese Stille am Wasserfall hineinhört, dann ertönt irgendwo aus dem Eis ab und zu ein Lachen, ein Fluchen, ein Klicken und Knacken, ein paar Wortfetzen und es wird klar: die, die dort eisklettern, die haben Spaß! Auch ohne Pistentrubel und obwohl es kalt ist, und obwohl es nass ist. Obwohl es spiegelglatt und gefährlich ist und gerade weil es so ziemlich das Letzte ist, was normale Menschen im Winter tun möchten.

Text und Fotos: Dorothée Schellenbach

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