Test-Tour: Mitsubishi Colt

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Ruhig ist es um den japanischen Automobilhersteller Mitsubishi geworden. Die Querelen mit Daimler-Chrysler gehören der Vergangenheit an und man hat wieder Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Autos zu bauen und zu verkaufen. Immerhin gelang es Mitsubishi in Deutschland, im Jahr 2005 um zehn Prozent zuzulegen und mehr als 37.000 Wagen mit dem Drei-Diamanten-Logo an den Mann oder die Frau zu bringen. Dabei machte der Kleinwagen Colt mit rund 22.000 Verkäufen das Gros aus. Damit ist dem Colt gelungen, frischen Wind ins Kleinwagengeschäft zu bringen und eine Alternative zu VW Polo, Peugeot 206 oder Ford Fiesta zu sein. Neben der von uns getesteten fünftürigen Version, offeriert Mitsubishi noch den sportlich ausgelegten Dreitürer. Im Mai folgt dann auf Basis des Fünftürers ein zweisitziges Cabrio mit Stahl-Klappdach.Dass der Colt enge verwandtschaftliche Beziehungen zu dem smart forfour pflegt, sieht man ihm (zum Glück) nicht an. Zwar teilen sich die zwei aus der Kooperation mit Daimler Chrysler entstandenen Zwerge rund 40 Prozent aller Bauteile, doch ist es den Japanern gelungen, den Colt eigenständig aussehen zu lassen. Unser 3,87 m langer Fünftürer, der an eine Mischung aus Fließheck und Minivan erinnert, hinterlässt einen flotten Eindruck. Im Inneren gibt es erstaunlich viel Platz für die Passagiere, wobei natürlich die Fondnutzer keine Basketball-tauglichen Maße haben sollten. Die Bedienelemente sind logisch angeordnet, die Instrumente gut ablesbar und bedienbar. Leider ist das Lenkrad nur höhenverstellbar. Im klimatisierten Handschuhfach verschwinden Kleinigkeiten und eine 1,5-Literflasche. Die 60:40 geteilte Rückbank kann man um 15 Zentimeter längs verschieben, die Sitzteile lassen sich umklappen und zusammenfalten, so dass das Kofferraumvolumen bis auf 645 Liter anwächst. So ist man für alle Transportaufgaben gut gerüstet.

Ein 1,3-Liter Motor mit 70 kW/95 PS macht aus dem kleinen Colt ein ziemlich schnelles Kaliber. Da der Japaner ein Leichtgewicht mit rund 1.000 Kilogramm ist, reicht die Leistung für eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Selbst bei Fahrten über die Autobahn wird man hier nicht zu einer lahmen Ente. Vorausgesetzt man schaltet fleißig, hält den Wagen im oberen Drehzahlbereich. Aber am wohlsten fühlt man sich mit dem Colt beim Kurzstreckeneinsatz. Er ist wendig und übersichtlich und passt in fast jede Parklücke. Freude machte der Kleine auch beim Tanken, der Durchschnittsverbrauch lag bei 6,5 Litern. Damit übertraf er den von Mitsubishi angebenden Wert um einen Liter.

Unser Testauto steht ab 13.990 Euro in der Liste. Der von uns gefahrene Colt in der Style-Version ist ordentlich ausgestattet. Elektrische Fensterheber, Servolenkung, elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel, Zentralverriegelung. Lederlenkrad und eine Klimaanlage sorgen für Bequemlichkeit an Bord. Für die Sicherheit zeichnen sich Front und Seitenairbags, ABS und die Isofix-Kindersitzbefestigung verantwortlich. Dazu kommen noch – legt man weitere 800 Euro für das Sicherheitspaket an – ESP, eine Traktionskontrolle und vordere und hintere Kopfairbags. Fazit: Großes Kaliber in handlicher Version.

Text: Elfriede Munsch

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