Erste Erfahrungen: Alfa Romeo Brera

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Der Mailänder Stadtteil Brera ist eine der schönsten und exklusivsten Wohngegenden mitten in der lombardischen Metropole. Dass die Milaneser Hausmarke bei ihrer neuesten Kreation, die ein neues Zeitalter in der ruhmreichen Geschichte der Fahrzeuge mit dem signifikanten Scudetto im Grill einläuten soll, sich dieser noblen Adresse erinnert, darf nicht verwundern. Der Alfa Romeo Brera ist schließlich nicht irgendein Auto aus dem Hause Alfa, sondern tritt dort an, wo der sportive Teil des Fiat-Konzerns immer am stärksten war, bei den sportlichen Coupés nämlich. Alfetta GTV oder Giulia Coupésetzten Maßstäbe in punkto Emotion und geben dem Brera gleich einen ganzen Rucksack voller Erwartungen mit auf den Weg.

Machten italienische Coupés lange Zeit nur wegen ihres rassigen Designs von sich reden, so wendet sich der Brera auch über moderne Technik und hohes Sicherheitsniveau an die Alfisti, die Freunde der rassigen Renner aus dem Land der pulsierenden Ventile. Sieben Airbags, dazu jede Menge elektronischer Heinzelmännchen wie ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Antischlupfregelung, oder ein elektronisches Stabilitätsprogramm: Der Brera, der auf einer verkürzten Plattform der im Vorjahr erschienenen 159-Limousine basiert, lässt in dieser Hinsicht keine Wünsche offen.

Und dennoch: Erstes Verkaufsargument – gerade bei einem Coupé – bleiben die optische Erscheinung und natürlich der Antrieb. Für letzteren sorgen zunächst zwei direkt einspritzende Benzinmotoren mit 185 und 260 PS Leistung, wobei vor allem der stärkere Sechszylinder jenes Alfa-Feeling hervor zaubert, das dieser Marke so viele Bewunderer zugeführt hat. Der Brera – den das Haus übrigens nicht als Konkurrenten des preismäßig darunter angesiedelten GT sieht – offenbart jene Sinfonie von harmonischem und kraftvollem Wohlklang, der Freunden italienischer Sportwagen einen leichten Schauer des Entzückens vergönnt. Noch im April soll ein Zweiliter-Diesel mit 200 PS folgen.

Passend zum Motorenangebot ein Fahrwerk, das hart am Rande des Kompromisses ausgerichtet ist, jedoch brav alles schluckt, was sich ihm an vertikalen und horizontalen Unebenheiten auf dem Asphalt in den Weg stellt. Die Lenkung extrem direkt, die Schaltwege des manuellen Sechsgang-Getriebes sehr kurz, aber präzise, und kraftvoller Schub schon bei leichter Bekanntschaft mit dem Gaspedal: Ein Alfa ist und bleibt eben ein Alfa.

Die rassige Erscheinungsform des Brera macht Appetit darauf, diese italienische Schönheit vorwärts zu bewegen. Flach und mächtig, drei Einzelscheinwerfer links und rechts des mittig platzierten Alfa-Emblems und im Heck eine vierrohrige Abgasanlage als optisches Kernstück eines wohlgeformten Hinterteils, das vor allem die männlichen Bewunderer an manche filmische Begebenheit mit den Vorzügen einer gewissen Gina Lollobrigida erinnert.

Das italienische Coupé ist als 2+2-Zweisitzer ausgelegt, was in diesem Falle bedeutet, das hinten bestenfalls noch ein zusätzlicher Stauraum entsteht. Bei 4,41 Meter Länge, 1,83 Meter Breite und einer Höhe von 1,37 Meter wird jedoch kein Mensch wirklich Minivan-Qualitäten erwarten. Dennoch lassen sich die 300 Liter Stauvolumen auf deren 610 erweitern, was zumindest für das Urlaubsgepäck für zwei Personen ausreichen dürfte.

In beiden Ausstattungsvarianten (Medio und Sky View) ist ein Panorama-Dach mit an Bord, das jedoch nur in der letztgenannten Version seine Vorzüge eines Lichtdurchfluteten Raums zur Geltung kommen lässt. Die Preisliste beginnt bei 32.200 Euro für den kleineren Benziner, beim V6 in der Ausstattung Sky View ist der geneigte Interessent dann allerdings schon bei 41.100 Euro angelangt. Fazit: Der neue Brera ist sicherlich das Fahrzeug, das die Kernwerte der Marke am auffälligsten transportiert: Emotionen in jeder Beziehung und der unverwechselbare Hinweis auf das Herkunftsland. Bella Italia lässt das Ventilspiel erklingen.

Text: Jürgen C. Braun

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