Erste Erfahrungen: Hyundai Sonata

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Kleinwagen wie der Getz oder aber geländegängige Fahrzeuge wie Santa Fé, Terracan oder Tucson sind die Stärken von Hyundai. In diesen Segmenten schreibt der südkoreanische Hersteller seine größten Absatzzahlen. Hyundai, das in diesem Jahr an der Verkaufsmarke von 50.000 Einheiten in Deutschland kratzen möchte, will aber auch auf anderen Gebieten seine gestiegenen Ansprüche unter Beweis stellen. Bestes Beispiel ist der neue Sonata, eine Limousine der gehobenen Mittelklasse, die ab dem zweiten März-Wochenende in den Schauräumen der Händler steht.

Der Sonata war bisher so etwas wie der koreanische Biedermann auf Rädern. Er war preisgünstig, gut verarbeitet, machte ansonsten nicht viel daher und manch einer sagte ihm auch Nachlässigkeiten in der Sicherheitsausstattung nach. Daran hat der Hersteller beim Sonata der fünften Generation jetzt entscheidend nachgebessert. Kein Wunder also, wenn Karl-Heinz Engels, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland, von renommierten Mitbewerbern als größte Konkurrenten spricht: VW Passat, Ford Mondeo, Peugeot 407, ToyotaAvensis: Alles wohlgenährte Platzhirsche, gegen die der neue Sonata antreten möchte. Und dies nicht nur wegen des bekannt günstigen Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Erstmals wird es mit dem 3.3-Liter-V6-Motor in Deutschland eine Hyundai mit mehr als 200 PS geben, doch das ist noch Zukunftsmusik. Zunächst wird der neue Sonata ausschließlich mit einem 2,4-Liter-Benzinmotor (162 PS) erhältlich sein. Die Einstiegsversion, eine klassisch geschnittene Stufenhecklimousine, beginnt bei 22.990 Euro. Das bedeutete, dass das Nachfolgemodell im Vergleich zum Vorgänger zwar gute 2.000 Euro teurer geworden ist, allerdings weist das neue Modell jetzt einen stärkeren Einstiegsmotor und darüber hinaus eine üppige Serienausstattung auf. Dazu gehören beispielsweise Klimaautomatik, Lederlenkrad, Bordcomputer und Alufelgen. Wem das nicht an Komfort genügt, der kann sich in der Aufpreisliste, die auch bei Hyundai immer umfangreicher wird, gütlich tun. So gibt es etwa für knapp 2.000 Euro Aufpreis Ledersitze mit Heizung vorne, elektrische Fahrersitz-Verstellung, eine akustische Einparkhilfe und einen Innenspiegel mit automatischer Abblendfunktion. Wesentlichster Gesichtspunkt aber: Hyundai hat das Mittelklassemodell auch unter Sicherheitsaspekten derart ausgestattet, dass den großen Worten nun auch Taten folgen können: ESP, sechs Airbags und aktive Kopfstützen gehören zum lobenswerten Standard.

Bei unseren ersten Erfahrungen mit dem neuen Hyundai Sonata fiel uns vor allem das Raumangebot wohltuend auf. So wuchs der Radstand um drei Zentimeter auf 2,73 Meter und das Fahrzeug weist jetzt eine Länge von 4,80 Meter auf. Das bedeutet zum einen mehr Platz für die Passagiere im Fond, aber auch der Kofferraum wuchs erheblich und weist jetzt 462 Liter auf. Das ist ein Spitzenwert in dieser Kategorie. Auch beim Design haben die Asiaten Zugeständnisse an den (neuen) Markt gemacht. Im Heimatland und in den USA ist der Sonata ein Renner, hierzulande aber stand ihm seine wenig Begeisterung erweckende Erscheinung aber meist etwas im Wege, wenn es um die Kaufentscheidung ging. Der neue Sonata wirkt flüssiger, eleganter und nicht mehr so kantig und nach gestalterischem Einheitsbrei schmeckend wie die Vorgänger.

Auch der Badewanneneffekt wurde etwas gemildert, was auf das in Rüsselsheim arbeitende europäische Entwicklungszentrum des Hauses zurück geht. Das ist mittlerweile ein richtig akzeptables Fahrwerksverhalten. Das 2,4-Liter-Benzinaggregat, ein gemeinsam mit DaimlerChrysler und Mitsubishi entwickelter Motor, machte auf uns einen recht agilen Eindruck, wenngleich er in den Spitzen etwas von seinem Geräuschkomfort verliert. Der Vierzylinder weist ein Drehmoment von 219 Newtonmeter auf und lässt den Sonata in 8,9 Sekunden den Sprint von Null auf 100 absolvieren. Im Sommer folgt der bereits erwähnte 3,3-Liter-Benziner mit 233 PS und Ende des Jahres wird der für Europa wohl kaufkräftigste Antrieb, ein serienmäßig mit Partikelfilter ausgerüsteter 2,0-Liter-Diesel mit 135 PS Leistung, zur Verfügung stehen.

Worauf wir leider noch verzichten müssen, ist eine Kombi-Version, aber hier ist die Kommunikation zwischen den Verkaufsstrategen in Europa und den Entscheidungsträgern in Fernost wohl noch nicht so weit gediehen, wie sich das vielleicht auch der Kunde gewünscht hätte.

Text: Jürgen C. Braun

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