Erste Erfahrungen: Mercedes M-Klasse 2005

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Bei ihrer Markteinführung im Jahr 1997 begründete die Mercedes M-Klasse das neue Segment der Sport Utility Vehicles, kurz SUVs. Die neue Form des Geländewagens war weniger martialisch als bis dato üblich und kompensierte die reduzierten Fähigkeiten im schweren Gelände durch Pkw-ähnlichen Fahrkomfort und Dynamik. Die zweite Generation der M-Klasse mit neuem, dynamischem Design kommt jetzt in USA und im Sommer in Europa auf den Markt: Mehr Dynamik wagen!

Die Designer haben ganze Arbeit geleistet. Die neue M-Klasse sieht kräftiger und deutlich dynamischer, fast schon sportlich aus. Das liegt zum einen an der betonten ansteigenden Gürtellinie und den markanten Radhäusern, vor allem aber an den geänderten Proportionen. War der Vorgänger noch eher schmal und hoch, streckt sich der Neue um 150 mm auf 4,78 m Gesamtlänge. Dazu ist er 71 mm breiter und inklusive Dachreling 5 mm niedriger als der Alte ohne. Auch der Radstand wuchs um 95 mm auf 2,92 m. Das Größenwachstum kommt nicht nur der Optik zu Gute. Vor allem die Insassen profitieren. So bietet die M-Klasse jetzt auf vier Sitzplätzen Oberklasseraumkomfort. Hinzu kommt, wichtig für ein Auto für sportliche Freizeitaktivitäten, ein variabler Laderaum, der von 551 Litern bei Standardbestuhlung bis zu 2.050 Litern Gepäckvolumen bei umgeklappten Sitzen reicht. Das Interieur ist edel. Besonders positiv fällt auf, dass Mercedes eine intelligente Lösung für den Schalthebel gefunden hat. Ein kleiner Stockhebel am Lenkrad bedient die Automatikfunktionen Vorwärts, Rückwärts und Parken. Mehr Gangauswahl bieten zusätzliche Schalttasten am Lenkrad, die man bei der Güte der Siebengangautomatik aber eigentlich nicht braucht. Der gewonnene Platz in der Mittelkonsole kommt zusätzlichen Ablagen und großformatigen Cup-Holdern in der US-Version zu Gute.

Die neuen Dimensionen, die breitere Spur und der längere Radstand nutzen der M-Klasse auch beim Fahren. Anders als der Vorgänger liegt die neue sicher auch in schnellen Kurven, die Karosse wankt kaum und bietet trotz größerem Kurventempo mehr Komfort. Dazu trägt nicht zuletzt das aufpreispflichtige Airmatic-Luftfederfahrwerk bei, das sich automatisch den Fahrbedingungen anpasst. Dank permanentem Allradantrieb kann man auch in leichtes Gelände. Wer es diesbezüglich härter mag und unwegsames Gebiet mit der M-Klasse erkunden will, kann das Offroad-Paket ordern. Darin ist eine Untersetzung enthalten sowie die Option, mittels Luftfederung die Bodenfreiheit zu erhöhen.

Die neuen Sechszylindermotoren machen in der M-Klasse eine gute Figur. Sowohl der 3-Liter-Diesel im 320 CDI als auch der 3,5-Liter-Benziner im ML 350 passen zum Auto und geben ihre Leistung gleichmäßig, kultiviert und, vor allem beim Diesel, mehr als ausreichend ab. Den Achtzylinder kann man sich schenken. Wer einen braucht, wartet besser, bis die neuen Motoren aus der nächsten S-Klasse für die M-Klasse bereit stehen. Ansonsten zeigt die M-Klasse einmal mehr, wie gut der Motorenbaukasten bei Mercedes funktioniert. Die neuen V6-Maschinen passen mitsamt Automatikgetriebe hier ebenso gut wie in C-Klasse, SLK, SL oder E-Klasse. Als Reisewagen taugt die neue M-Klasse fast so gut wie eine Limousine. Dank deutlich verbesserter Aerodynamik (0,34 cW statt 0,4) sind Windgeräusche auch bei hohem Tempo Mangelware. Wenn es sein muss, rennt der Diesel 210 km/h, der ML 350 kommt auf 215 km/h Spitze. Dass der Normverbrauch von 9,4 und 11,5 Litern dabei deutlich überschritten wird, ist nicht verwunderlich.

Die Preisgestaltung ist, wie immer bei Autos mit dem Stern, durchaus ambitioniert. Der kleine Diesel startet bei 46.342 Euro, der 320 CDI kostet 48.662 Euro, der 350 belastet das Budget mit 47.966 Euro. Für den Achtzylinder, mit allerdings verbesserter Ausstattung sind inklusive Ledersitzen 63.220 Euro fällig. Hinzu kommen die üblichen Extras zu denen neuerdings auch das Pre-Safe-System der S-Klasse gehört. Den Markterfolg verhindern die Preise nicht. Schon der Vorgänger wurde über 620.000-mal verkauft.

(Text: Günter Weigel)

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