Lese-Tipp – Klink: Ein Bauch lustwandelt durch Wien

Lesend kann man sich die Welt nach Hause holen. Vorausgesetzt, der Autor kennt den Teil der Welt sehr genau, über den er schreibt. Bei Vincent Klink ist das so.

Sympathisch uneitel nimmt er Leserinnen und Leser mit auf seine favorisierten Routen durch Österreichs Hauptstadt. Gefühlt kommt man hier alle 50 Meter an einer Form der Gastronomie vorbei, sagt er. Ob man nun Stephansdom oder Hofburg zum Ziel hat – ein Café (besser: Kaffeehaus) oder ein Restaurant findet sich immer. Dabei erweist sich Fernsehkoch Klink – anders als viele seiner TV-Mitstreiter – keineswegs als verrissfreudig. Wirklich schlecht sei sicherlich kein Ort der Einkehr, aber natürlich hat er seine Favoriten. Neben diesen gibt es ein gutes Stück Wiener Historie, spannend erzählt, und natürlich Rezepte. Klink-typisch verdelt er mit wenigen Extrazutaten ein normales Alltagsgericht und zeigt sich auch hier sehr pragmatisch. Ein Beispiel: Pfannkuchen kennt und mag man locker-luftig. Geraten sie einmal “ledern”, also eher fest – kann das sehr gut schmecken. Als Suppeneinlage etwa, streifig geschnitten und in Süddeutschland als Flädlesuppe bekannt. Ein luftiges Gebilde aus Eiern und Mehl hielte seiner Rolle in dem Fall schlichtweg nicht stand.

Wien für zuhause, und das aus einem ganz besonderen Blickwinkel. Darauf kann man sich bei diesem Buch freuen und nimmt wie nebenbei noch wertvolle Ratschläge für die Küchenpraxis mit. Damit erfüllt “Ein Bauch lustwandelt durch Wien” (Kompliment an Autor und Verlag für diesen wunderbar anachronistischen Titel) alle Voraussetzungen, um gerade in diesen Zeiten besonders willkommen zu sein.

Vincent Klink: Ein Bauch lustwandelt durch Wien. Ullstein Verlag.

Taschenbuch (Neuerscheinung): 14 Euro

e-Book: 9,99 Euro

Hardcover: 24 Euro

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