Rallye-Trucks: Schnell und unterschätzt

Wer nicht unbedingt Truck-Fan ist, wird auch kaum die TV-Übertragungen von den großen Wüstenrennen mit Teilnahme der Leistungsmonster anschauen. Schade drum!

Die Race-Rallye-Monster sind äußerlich stark abgespeckt, nur das Notwendigste für Leistung und Sicherheit ist verbaut. Die Fahrerkabine ist in der Regel mit drei Personen besetzt, eine davon ist der Fahrer, die beiden anderen sind technisch versierte Rallye-Mechaniker, die bei Pannen und Unfällen kräftig mit anpacken müssen. Die tonnenschweren Giganten, meterhoch über die Piste aufragend, sind schnell, sehr schnell und der eine oder andere klopft schon mal nahe der 200 km/h-Marke an. Kein Wunder, da Leistungen bis nahe 1000 PS aus den mächtigen Dieselmaschinen mit mehreren Turboladern abgerufen werden können.

In der Rallye-Praxis starten die Trucks zeitversetzt zu den anderen Teilnehmern. Aber wehe, wenn eines dieser Monster im Rückspiegel des Voarausfahrenden größer und größer wird! Dann ist es spätestens mehr als ratsam, Platz zu machen. Wer einen nachfolgenden Lkw nicht rechtzeitig sieht, wird von der Dreier-Mannschaft über das Not-Signal “Sentinel” gewarnt. Kaum einer der großen weltweit agierenden Truckhersteller kann es sich erlauben, nicht an den ganz großen Wüstenrennen teilzunehmen und so sind seit Jahren und Jahrzehnten Firmen wie DAF, HINO (Toyota-Tochter), IVECO, KAMAZ, MAN, SCANIA, TATRA, VOLVO in den Siegerlisten zu finden.

Während die (meist) drei Insassen in 6-Punkt-Gurten und Integral-Helmen mit “Intercom”-Gegensprechanlage zum Fahrer gesichert sind, umgibt ein stählerner Sicherheitskäfig das komplette Fahrerhaus. Spurt- und Highspeedwerte der mächtigen Monster sind legendär und es kommt durchaus vor, dass die Race-Trucks noch vor den Rallye-Autos im Biwak am Ziel ankommen. Sie sind nicht einfach auf Kurs zu halten, da die vielen Tonnen Gewicht, zumal hoch aufragend, den Schwerpunkt stark nach oben verlagern. Motorräder, Quads und Side-by-Side-Renner wirken wie Zwerge im direkten Vergleich zu den Trucks. Und einen Truck nach einem Unfall wieder aufzurichten, dazu braucht es einen weiteren Truck, sonst ist die Rallye gelaufen.

Fotos: Hersteller/ Teams