Umfrage: Milliardenumsätze rund um historische Fahrzeuge

Beitragsbild
Foto 1
Foto 2

Im Oldtimer-Bereich tätige Betriebe generieren einen Jahresumsatz von 5,5 Milliarden Euro und beschäftigen 100.000 bis 140.000 Mitarbeiter. Das ist eines von vielen interessanten Ergebnissen, die eine Online-Befragung des Oldtimer-Weltverbandes FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) ergeben hat. An der FIVA-Umfrage hatten sich 20.000 Fahrzeughalter, 1.500 Oldtimer-Clubs und 1.000 Betriebe in 15 EU-Mitgliedsstaaten beteiligt. Um Missverständnissen vorzubeugen, konnten die Online-Fragebögen in 14 Sprachen beantwortet werden. Für das Projekt arbeitete die FIVA zudem eng mit der TU Delft (Professor Bert van Wee, Professor für Verkehrspolitik) zusammen.

Im Schnitt gaben die Oldtimer-Besitzer im Jahr 2013 pro historischem Fahrzeug 6.562 Euro für Restauration, Wartung, Reparatur, Zubehör, Versicherung und Kraftstoff aus. Auch wenn die Preise für Oldtimer seit der Weltwirtschaftskrise stark angezogen haben, so ist der durchschnittliche Marktwert nach eigenen Schätzungen der Halter recht moderat. Bei historischen Pkw liegt er bei 21.043 Euro und bei Motorrädern nur bei 5.659 Euro. Selbst wenn es sicherlich einige (finanzielle) Ausreißer nach oben gibt, so betrachten lediglich rund ein Prozent der Halter ihr Fahrzeug als Investitionsobjekt. Für die allermeisten ist es dagegen ein zusätzlicher Kostenfaktor, der aber für die Liebhaberei gerne in Kauf genommen wird.

„Der Besitz eines historischen Fahrzeugs spiegelt eindeutig einen Lebensstil , da der typische Halter mehr als ein historisches Fahrzeug besitzt,“ heißt es in der FIVA-Studie, „wobei knapp 60 Prozent Wartungs- und Reparaturarbeiten selbst oder mit Unterstützung von Freunden durchführen, und über 80 Prozent Mitglied in einem oder mehreren Oldtimerclubs sind. Das zeigt sich auch darin, dass 20 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr einen Oldtimer kauften, aber nur 8 Prozent ein solches Fahrzeug verkauften. Entsprechend werden die Fahrzeuge gehegt und gepflegt. 94 Prozent der privaten historischen Pkw und sogar 97 Prozent der historischen Motorräder sind in Privat- oder Mietgaragen abgestellt. Die Halter besitzen ihre Pkw im Schnitt seit 13 Jahren und ihre Motorräder seit 17 Jahren.

Oldtimer werden ja hin und wieder als „Stinker“ gebrandmarkt. Doch schlechteren Abgaswerten stehen deutlich geringere Nutzungen entgegen. So verwenden lediglich zwei Prozent der Umfrage-Teilnehmer ihn als Alltagsverkehrsmittel, wogegen 42 Prozent den Hauptzweck in der Teilnahme an Veranstaltungen, Shows und Freizeitausfahrten sehen. Ein historischer Pkw wird danach im Schnitt pro Jahr weniger als 2.500 Kilometer gefahren, ein Oldtimer-Motorrad nur knapp über 1.100 Kilometer. Historische Nutzfahrzeuge legen im Jahr durchschnittlich 1.263 Kilometer zurück.

Drei Viertel der Halter gaben an, ihr Fahrzeug nie für Alltagsverkehrszwecke zu nutzen. Von dem verbleibenden Viertel kreuzten knapp 60 Prozent an, dass dies nur in Ausnahmefällen passiere. „Typische Halter nutzen ihre historischen Fahrzeuge lediglich an 30 Tagen im Jahr. Da der typische Halter zwei historische Fahrzeuge besitzt, wird keines davon an mehr als 15 Tagen im Jahr auf öffentlichen Straßen genutzt“, stellt die Studie fest. Zum Service der KÜS gehört seit vielen Jahren die Einstufung eines Oldtimers als Historisches Fahrzeug. Hierfür müssen verschiedene Kriterien klar erfüllt sein.

Text: gm-press/Gregor Mausolf
Fotos: Gregor Mausolf, Matthias Mausolf

Nach oben scrollen