Marokko-Rallye: Viele Überraschungen hinter der Spitze

Foto 1
Foto 2
Foto 3

Die vierte Etappe dieser oftmals unterschätzten Rallye brachte für zahlreiche Teilnehmer Überraschungen, teils der positiven, teils der negativen Art. So ist einer der Geheimfavoriten, Ten Brinke auf dem HRX- Ford, nicht mehr unter den Topp-Ten zu finden. Und auch aus dem erfolgsverwöhnten X-raid-Team sind nur noch 3 der gestarteten 6 Teams unter dem besten Dutzend: Gesamtführender Terranova auf dem Mini und seine Marken- und Teamkollegen Garafulic und Vasilyev auf den Rängen 3 und 4. Dabei gelang es dem Russen, noch vor Terranova, die Tageswertung für sich zu entscheiden. Was nichts anderes heißt, als dass er sich ziemlich schnell an den Diesel-Mini gewöhnt hat und auch fähig ist, ihn erfolgreich ins Ziel zu bringen. Die Umstellung vom G-Force-Proto scheint er bestens bewältigt zu haben. Andererseits sind noch alle 4 Toyota- Hilux-V8-Pickups unter den besten Zehn. Womit jedoch niemand gerechnet hatte, war, dass der Buggy unter Sireyjol/Beguin sich klammheimlich auf Rang 2 im Gesamtklassement vorgearbeitet hat, wenngleich mit 27 Minuten Rückstand auf das MINI-Team von Terranova/Fiuza.

Die Pechvögel der Veranstaltung, das HS-Team mit Kahle/Dr. Schünemann, wurden nochmals zurück geworfen, machen aber weiter. Dr. Schünemann: …wir haben diesmal soviel Pech wie bei 5 Veranstaltungen zusammen…wir werden nun alles daran setzen, zum Abschluss zwei gute Tage zu überstehen und die Mechaniker für ihre harte Arbeit unter der Wüstensonne mit einer Zielankunft belohnen. Der olympische Gedanke wird weiter hoch gehalten, wenn schon in der Gesamtwertung nichts mehr groß zu machen ist. Am 5. Tag (Freitag) erwartet die Teams die längste und abwechslungsreichste Prüfung der ganzen Woche: 310 Kilometer Speziale, schnell, kurvenreich und zum Tagesabschluss noch die feinsandigen Dünen des Erg Chebbi unweit von Erfoud. Die eine Hälfte der Prüfung verlangt viel Mut in den Vollgaspassagen, die andere viel Sensibilität in den Fingern und im Gasfuß in den heimtückischen Dünen. Es darf mit weiteren Überraschungen gerechnet werden.

Text: Frank Nüssel
Fotos: HS, X-raid

Scroll to Top