Test-Tour: Ford Fiesta 1.0 EcoBoost

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An Lob und Auszeichnungen hat es für den 1.0 Liter EcoBoost Motor aus dem Haus Ford weiß Gott nicht gemangelt. Mit diesem kleinen Kraftwerk treiben die Kölner das Thema Downsizing bis zum Exzess. Weniger Zylinder, kleinerer Hubraum, größerer Leistung lautet die Faustformel des Antriebsaggregats, das auch unseren Testwagen, einen Ford Fiesta mit 100 PS, in der höchsten Ausstattungsvariante Titanium befeuert.

Der vielfach ausgezeichnete Dreizylinder-Benziner, der als reiner Sauger 65 und 80 PS an die Vorderachse liefert, generiert den Überschuss seiner 100 PS aus einer Turboaufladung, die sehr früh einsetzt und das früher einmal übliche Leistungsloch im unteren Drehzahlbereich längst vergessen lässt. Die Kraft wird über ein manuelles, in diesem Falle sehr fein abgestimmtes und nicht hakelndes, Fünfgang-Getriebe übertragen. Allerdings täte dem Fiesta ein Sechsgang-Getriebe mit einem lange übersetzten großen Gang gut. Von einem Doppelkupplungs-Getriebe erst gar nicht zu sprechen.

Ford und das Modell Fiesta, das ist eine lange Erfolgsgeschichte. Der kleine „Frauenliebling“ läuft mittlerweile in der siebten Generation auf den Straßen von weltweit mehr als 120 verschiedenen Ländern. Dank des neuen EcoBoost-Motors hat der sportlich geschnittene Kompaktwagen noch einmal eine richtige „Blutauffrischung“ erfahren.
Als Leichtgewicht (kaum mehr als eine Tonne schwer) ist der Ford Fiesta in dieser Motorisierung dennoch ein „schwerer Junge“ in punkto Beschleunigung und Geschwindigkeit. Zwar muss man die 180 km/h, die der Hersteller als V-Max angibt, nicht unbedingt auf der Skala ausreizen, dafür zeigt sich der kleine Kompakte aber munter und gar nicht zögerlich, wenn es auf der Landstraße ans Überholen geht.

Zudem fehlt es nicht an Laufkultur, die man unter diesen Umständen nicht erwartet hätte. Trotz des gerade einmal ein Liter großen Hubraums verhält sich der nur 3,97 Meter lange Flitzer erstaunlich vibrationsarm und gebärdet sich zudem sehr drehfreudig und mit kernigem, aber nicht nervigem Sound. Sobald der Lader seine Arbeit aufnimmt, kommt die sprichwörtliche „zweite Luft“ auf die Kurbelwelle. Mit 5,2 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer lagen wir nur unwesentlich über der Werksangabe.

Viel Rückmeldung kommt von der präzise arbeitenden elektrischen Servolenkung. Die Dämpfereinstellung ist neutral, irgendwo zwischen straff und komfortabel. Der Innenraum weist in unserer Titanium-Ausstattung mit Lederlenkrad, Chrom-Dekor, und gut verarbeiteten, hochwertigen Materialien wie nicht anders erwartet Top-Niveau in dieser Klasse auf. Auf Wunsch (350 Euro) gibt es das „Active-City-Stop“-System. Es beinhaltet eine Notbremsfunktion per Lasersensor, der Auffahrunfälle bis 15 km/h vermeiden und bis zu 30 km/h mindern soll. Kritikwürdig ist der relativ kleine Bildschirm in der Mittelkonsole. Er hätte die eine oder andere größere Zoll-Hausnummer sicherlich gut vertragen.

An Platz indes mangelt es für die Insassen sowohl bei Kopf wie auch bei Beinen und Knien nicht. Dass ein Kompaktwagen natürlich keine Großraumlimousine sein kann, weiß man vor der Kaufentscheidung. Ungewöhnlich ist der Umstand, dass die Passagiere in einem Fahrzeug mit diesen Ausmaßen vorn recht hoch sitzen. Das Ein- und Aussteigen dagegen ist bei der fünftürigen Version unseres Testwagens kein Problem.
Das Laderaumvolumen des Ford Fiesta von 295 Litern lässt sich durch Umklappen der 40:60 teilbaren Rücksitzbank auf 979 Liter erweitern. Das reicht dann auch problemlos für den Wocheneinkauf im Supermarkt.

Der Grundpreis für den Ford Fiesta 1.0 EcoBoost mit 100 PS, Start-Stopp-System und Silber-Metallic-Lackierung beträgt 17.450 Euro. Unser Testwagen kostet durch diverse Extras und Wunschausstattungen 20.780 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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