Erste Erfahrungen: Toyota Yaris Hybrid.

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Toyota hat mit dem Yaris-Basismodell im Segment der Kleinwagen einen Verkaufsrenner in der Zulassungsstatistik untergebracht – in einem Segment, das nahezu ausschließlich von deutsch-heimischen Produkten in den Top Ten dominiert wird. Zudem schreibt der Yaris mit 15,8 % die höchste Zuwachsrate im ersten Halbjahr, während das ganze Segment mit einem Minus von 4.1% aufwartet. Ein gutes Startpotenzial also, dem Yaris ein Geschwister zur Seite zu stellen, das noch ökonomischer und ökologisch noch besser da steht: den Yaris Hybrid.

Dem wurde nun als weltweit erstem Kleinwagen ein zweites Herz implantiert, der Elektroantrieb. Somit ist der kleine Erfolgsgarant zum ersten Vollhybriden aufgestiegen. Natürlich, und das weiß Toyota sehr genau, macht er dem Yaris-Diesel Konkurrenz, aber das sind zwei unterschiedliche Philosophien, die unterschiedliche Interessenten ansprechen.

Toyota bringt seinen Erfolgsrenner aus Tradition in 3 Varianten auf den Markt: Yaris Hybrid, Yaris Hybrid Life und Yaris Hybrid Club. Abgesehen von unterschiedlichen Ausstattungen (bereits das Basismodell ist sehr komplett und pfiffig eingerichtet), besitzen sie eine gemeinsame Antriebstechnik. Die besteht aus dem 1,5- Ottomotor, der seriöse 74 PS leistet und Fahrzeug samt Insassen recht eifrig durch Stadt und Land trägt. Die Ergänzung mit einem Hybridsystem, das ein Fahren bis zu etwa 2 Kilometer ohne jeglichen Schadstoffausstoß erlaubt, macht den Yaris dann auch zum City-Mobil. Der aus einer Nickel-Metallhydrid- Batterie gespeiste Synchronläufer- Motor trägt in Verbindung mit dem Verbrennungsmotor zu einer Systemleistung von 100 PS bei. Die wird aber, systembedingt, fast nur beim Sprint abrufbar sein, den der Yaris souverän bewältigt, da dann beide Herzen zeitlich synchron schlagen. Anschließend aber breitet sich bei Beschleunigungsvorgängen ab etwa 70 km/h etwas Lethargie aus und man darf die Geduld nicht verlieren, bis die durchaus erreichbare Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h auch erreicht ist. Wer das Toyota-Hybrid-System verinnerlicht hat, wird mit dieser Lösung wirtschaftlich und komfortabel gut leben können.

Das durchaus sportiv zu nennende Fahrwerk schaukelt nicht, bleibt schön sicher in der Richtung, lässt sogar einen etwas beherzteren Fahrstil zu. Die Bremsen packen nachhaltig zu. Die luftwiderstandsarme Karosseriesignatur, die größeren, rollwiderstandsoptimierten Reifen und der knauserige Umgang mit dem Kraftstoff erwirtschaften in Kombination Emissions- und Verbrauchswerte, die so bislang nicht erreicht wurden. Auch wenn die publizierten Werte in der Praxis um etwa 10-20% übertroffen werden: Die Gesamtlösung zählt.

Das 2- und 4-türig angebotene kleine Raumwunder hat eigentlich nur einen Haupt-Konkurrenten: den Yaris Diesel. Von den Fahrleistungen kann der natürlich ordentlich punkten, kostet auch etwa gleichviel. Ist aber eben kein Hybrid. Kleine Anregung nach Japan: wie wäre es, einen Diesel-Hybrid zu entwickeln und anzubieten? Dann könnte man die Vorzüge beider Motorsysteme nochmals optimieren.20% aller Yaris- Zulassungen will Toyota in Deutschland mit dem Hybriden erreichen. Kein utopisches Ziel, da der Yaris Hybrid schon ab 16.950 Euro zu haben ist.

Text und Fotos:Frank Nüssel/CineMot

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