CD-Tipp der Woche

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Gotye: Making Mirrors. (VertigoBerlin/Universal)

Aus Belgien kommen wunderbare Kalorienbomben – Schokolade und Pommes frites zum Beispiel. Aber Musik? Salvatore Adamo vielleicht oder Clouseau … und Gotye! 30 Jahre alt, bürgerlich Wouter Wally De Backer, geboren in Brügge, in Australien lebend. Die Verbundenheit zum Geburtsland zeigt er freilich schon im Pseudonym: Gotye ist die englische Schreibweise seines echten Vornamens. Der Gleichklang mit einem französischen Modeschöpfer mag Zufall sein.

Den Single-Hit Somebody That I Used To Know muss man nicht mehr groß vorstellen, der Hintergrund der Lang-CD ist freilich erzählenswert. Gotye selbst nennt seine Lieder Klänge, nicht etwa Pop-Musik oder Songs. Manchmal erinnert's an Brian Eno, aber auch an Erasure oder Kate Bush. Dabei ist der Mann weit davon entfernt, die Genannten zu kopieren oder abzukupfern: Nicht weniger als zweieinhalb Jahre hat er sich Zeit gelassen und für sein Vorhaben Melbourne verlassen. Auf einem fünf Hektar großen Grundstück seiner Eltern auf der Halbinsel Mornington in Victoria fand er den nötigen Platz für seine stetig wachsende Sammlung an Instrumenten und ausgefallenem Studioequipment. Ein Hightechstudio mit allen Schikanen also? Nicht ganz, Gotye zog sich zurück in eine Scheune, um mit Klängen experimentieren und sie aufzunehmen.

Eigentlich hätte so einer in Zeiten gemachter Popstars eher das Zeug zum ewigen Geheimtipp als zum schnellen Durchbruch. Man möchte Wouter de Bakker wünschen, dass er kein One-Hit-Wonder bleibt.

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