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Dan The Banjo Man: The Banjo Man. (AngelAir Records).

Mit Vitaminen zum One-Hit-Wonder: Dan The Banjo Man hieß eigentlich Phil Cordell, hatte unter anderem Namen schon ein paar Hits hinter sich und war gerade dabei, unter dem neuen Pseudonym Dan The Banjo Man einen Flop zu landen. Dann entdeckte ein auf Fruchtgetränke spezialisiertes Unternehmen den Instrumentalsong, setzte ihn in einem Spot für Orangensaft ein – flugs stand der damals knapp 25-jährige auf Platz 1 der deutschen Charts. Und sorgte nicht zuletzt mit Auftritten im Clownskostüm für Furore.

Das war 1974, und man hört es der Melodie nicht an. Phil Cordell war seiner Zeit weit voraus. Vielleicht ein Grund dafür, dass erst ein saftiger Schub zum Erfolg führte: Mit raffinierten elektronischen Effekten sorgte er dafür, dass man die Melodie – einmal gehört – nicht mehr aus dem Ohr bekam. Auf der gleichnamigen Langspielplatte spielte er auf solche Weise unter anderem mit Sonny und Chers Evergreen I got you babe. Ganz ähnlich arbeiteten im selben Jahr deutsche Musiker, die sich Kraftwerk nannten. Deren Klangresultate hörten sich – Autobahn betitelt – freilch völlig anders an.

Dass es das Experiment Dan The Banjo Man als CD gibt, ist dem englischen Label AngelAir zu verdanken. Dessen Macher haben sich seit 1997 auf die originalgetreue CD-Wiederveröffentlichung von Langspielplatten spezialisiert. Als Bonus gibt es ein Remix von 2005 – was umso mehr zeigt, wie modern Phil Cordell (der 2007 kurz vor seinem 60. Geburtstag starb) als Musiker gewesen ist.

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