Mercedes-Benz: 30 Jahre SEC

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Mit Exklusivität und Eleganz sollte das S-Klasse-Coupé der Baureihe C126 ab 1981 der Marke im Zeichen des Sterns eine neue Ausnahmestellung sichern. Entsprechend hoch waren die Anforderungen an den Thronfolger der Stuttgarter Sonderklasse im Zeichen des S – aber der von Bruno Sacco gezeichnete Mercedes SEC übertraf die Erwartungen sogar. Hatte der Designchef die konservativen und chromschmuckgewohnten S-Klasse-Kunden nur zwei Jahre zuvor irritiert als er die schlicht gezeichneten W126-Limousinen mit Polyurethan-Stoßfängern vorfahren ließ, passten die davon abgeleiteten Coupés nun perfekt in das neue gesellschaftliche und politische Klima von Umweltdiskussionen und äußerer Bescheidenheit.

Statt Protz zierten die SEC-Typen distinguierte Eleganz und technische Innovationen wie Leichtbau, Fahrer- und Beifahrerairbag, Gurtstraffer und -bringer, elektronische Traktionskontrolle, automatisches Sperrdifferenzial, vor allem aber relativ sparsame V8-Motoren mit bis zu 221 kW/300 PS Leistung im 1985 lancierten Spitzenmodell 560 SEC. „Der Erste unter den Besten“ sollte der elegante Zweitürer laut Mercedes-Werbung sein. Ein Anspruch, dem die Coupés mehr als gerecht wurden.

Entstanden waren die C-126-Coupés Ende der 1970er Jahre als Nachfolger der SLC-Modelle, die auf dem SL-Roadster der R-107-Reihe basierten und mit zu eng geschnittenem Interieur sowie heftig umstrittenem Lamellenfenster-Design fast für mehr Schlagzeilen als Verkaufszahlen sorgten. Entsprechend dringend benötigten die Stuttgarter ein neues Statussymbol mit Stil, das die Lücke zwischen den Luxuslimousinen der S-Klasse und den SL-Sportwagen nicht nur füllte, sondern der Typenbezeichnung „S“ für Sonderklasse in Bezug auf Eleganz und Exklusivität tatsächlich gerecht wurde.

Als erstes Mercedes-Coupé adaptierte der SEC den Sportgrill der SL-Serie, denn Sacco hatte dieses dynamische Designelement gegen die Bedenken der Daimler-Benz-Vorstände durchgesetzt. Eine Entscheidung, die die Kunden auf unangeahnte Art bestätigen sollten. Der Sportgrill mit Stern wurde schon bald ein Verkaufsschlager der Zubehör- und Tuningindustrie – die damit alle Limousinen-Baureihen ausstattete.

In der elitären Welt von Jaguar XJ-S, Bentley Continental R, Ferrari 400i, Porsche 928 und den preiswerteren BMW 6er Coupés wurde der Mercedes SC nicht nur Primus inter Pares, sondern Bestseller. Mit über 74.000 Einheiten avancierte die Reihe 126 sogar zum meistverkauften S-Klasse Coupe aller Zeiten. So wurde Bruno Saccos Sonderklasse zugleich sein Meisterstück.

Besonders in Nordamerika, Nahost und Japan überzeugte das große Coupé die Kunden. Zwei Drittel der bis zu 160.000 Mark teuren Mercedes-Baureihe wurden dorthin verschifft, wo sie sogar gegen italienische Vollblüter vom Schlage eines Ferrari 400/412 Coupés antraten wie manche Mercedes-Händler zu berichten wussten.

Als am 21. August 1991 ein blauschwarzer 560er als letztes Coupé der Baureihe vom Band lief, war der SEC im zehnten Jahre auf dem Thron des meistverkauften Luxus-Coupés der Welt. Ein Auto wie ein Kunstwerk, schön, schnell und elitär, geschaffen für den ewigen Klassikerhimmel. Ein Ort, den der zu massig geratene SEC-Nachfolger erst noch finden muss.

Text: Spot Press Services/Wolfram Nickel
Fotos: Mercedes, SPS

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