Buchtipp der Woche

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Simon Lelic: Ein toter Lehrer. Droemer Verlag; 16,99 Euro.

Der Geschichtslehrer Samuel Szajkowski eröffnet während einer Schulversammlung das Feuer. Drei Schüler und eine Lehrerin sterben – dann richtet der Täter die Waffe gegen sich selbst. Die junge Ermittlerin Lucia May soll den Fall schnell und reibungslos abwickeln. Offensichtlich war Samuel ein Psychopath. Doch Lucia stellt die Frage, die niemand stellen will: Was trieb den kultivierten und schüchternen Mann zu dieser entsetzlichen Tat? Wie ein Puzzle setzt sie die Aussagen von Lehrern, Kindern und Eltern zu einem erschütternden Bild zusammen. Als der Druck von oben, den Fall endlich zu begraben, immer größer wird, ist Lucia umso fester entschlossen, die Wahrheit zu enthüllen.

Kapitel für Kapitel rollt Lelic die Katastrophe auf, nimmt seine Leserschaft gleichsam mit hinein ins Geschehen zwischen den Schülern, Lehrern, Eltern gegenüber, die Lucia verhört, man spürt ihre Sensationslust, ihre Verzweiflung oder auch Dummheit und Verleugnung.

Simon Lelic ist es gelungen, um die sensiblen Themen Mobbing und seelische Grausamkeit an Schulen einen spannenden Thriller zu schreiben, ohne an irgend einer Stelle unangemessen zu wirken.

Simon Lelic, 1976 in Brighton geboren, lebt auch heute wieder in dem beschaulichen britischen Seebad. Seinen zweiten Roman hat er soeben beendet.

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