Tuning-Mekka am Nürburgring: Zehntausende bei Recaro Racing Days

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Der Nürburgring war am Wochenende ultimativer Treffpunkt aller Hardcore-Fans rund um das Automobil. Schwarz, breit, tief, stark und laut: GSI- und GTI-Freunde aller Länder vereinigt Euch, Tuning- und Stunt-Freaks, Show-Biz-Leute, Euer Auftritt bitte! Ein bisschen crazy, etwas verrückt, ausgeflippt musste es schon sein, damit es Spaß machte: Zum dritten Mal in Folge fanden am Ring die Recaro Racing Days statt. Eine Woche, nachdem an und auf der Rennstrecke in der Eifel nach Herzenslust gerockt wurde, wurde am Samstag und Sonntag lauthals geröhrt: Tuning bis zum Exzess, Dragster-Rennen, Drift-Challenges, Lowrider und – natürlich – Girls, Girls, Girls.

Das Fahrerlager hinter den Boxen quoll schier über an beiden Tagen der großen Tuning-Show. Ebenso abenteuerlich wie liebevoll aufgemotzte und bunt lackierte Einzelstücke, der ganze Stolz ihrer – meist jungen – Besitzer waren das Objekt der staunenden Begierde Tausender von Besuchern. Dazwischen immer wieder kleinere und größere Verkaufsstände, Showbühnen, Gewinnspiele für das Renntaxi, Action und jede Menge Gags. Alles natürlich rund um das Thema Auto in seiner extremsten Form als Spaßmobil: Bunt, schrill, schreiend.

Natürlich machte – wie könnte es am Nürburgring anders sein – das Wetter am Wochenende den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Wolkenbruchartige Schauer verhinderten zum Teil die geplanten Dragster-Rennen und Motorrad-Stunts auf der Zielgeraden der Grand-Prix-Strecke, weil derlei waghalsige Aktionen auf patschnassem Asphalt einfach viel zu gefährlich sind. Doch die Besucher ließen sich das Wochenende nicht vergällen. In den dampfenden Asphalt des Gewitter-Schauers mischte sich der Geruch qualmenden verbrannten Gummis der spektakulären Driftfahrten. Noch mehr quer als bei der Drift Challenge, das geht einfach nicht.

In dieses Besucher-Genre passte auch der Auftritt von Deutschlands bekanntesten Autoverwertern, der vier Ludolf-Brüder aus dem Westerwald und dem angeblich bekanntesten Erotikstar der Republik, Vivian Schmitt. Eben so wie das Duo Jörg & Dragan aus der RTL-Serie Die Autohändler, das bei der After-Show-Party am Samstag seine erste Single mit dem bemerkenswerten Titel In Peru fliegt 'ne Kuh vorstellte. Grund zum Feiern hatten aber auch alle, die der Aufführung dieser anspruchsvollen Komposition nicht beiwohnten, stattdessen aber am Samstagabend ihren persönlichen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde registrieren durften. Bei der Bildung der längsten Golfschlange der Welt wurden alle Besitzer eines solchen Fahrzeugs zum Mitmachen aufgefordert, so dass der Uralt-Rekord aus dem Jahr 1987 (fünf Kilometer) getilgt werden konnte.

Etwa 70 weltweite Aussteller aus der Tuning-Szene waren am Wochenende am Ring. Die Fans waren interaktiv dabei, machten selbst mit bei der längsten Golfschlange der Welt und feierten bei der After-Show-Party auf dem Boxendach das Recaro Girl 2009. Etwa 40.000 – meist jugendliche – Besucher waren an beiden Tagen nach Veranstalter-Auskunft dabei.

Für alle, die das Thema Automobil ein bisschen bizarr mögen, waren die Recaro Racing Days sicherlich mit heißen Gefährten und scharfen Kurven der Höhepunkt des Jahres. Wenn sich alle Besucher jetzt auch noch daran erinnern (und vor allem daran halten), dass Auto-Tuning kein wildes Schrauben und kein Exzess der Leistungs-Explosion ist, sondern Experten überlassen werden sollte, ist auch gegen derlei Action nichts einzuwenden. Wer sich von dem zweitägigen Spektakel beeindrucken ließ, und wer überhaupt Spaß am Automobil und an sportlicher Fahrweise hat, dem sei aber auch die Aktion Tune it! Safe! empfohlen, in der auch die KÜS sehr engagiert ist. Auf www.tune-it-safe.de erhält man Tipps und Ratschläge von Experten und Sicherheitskräften aus der Tuning-Szene. Denn nur ein fachgerechtes und kein wildes Tuning ist auch ein gutes Tuning.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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