Erster Erfahrungen: Škoda Yeti

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Es gibt ihn wirklich. Der Yeti – der Legende nach ein zotteliges Fabelwesen in den Höhen des Himalaya-Gebirges – kommt als Škoda-SUV auf die europäischen Straßen. Nun werden SUV mittlerweile in Zeiten um Verbrauchs- und CO2-Diskussionen mindestens genauso misstrauisch beäugt wie die vermeintlichen Hochgebirgs-Bewohner, doch davon lässt sich Škoda nicht beirren. Der erste kompakte SUV aus dem Hause Škoda baut auf dem Octavia auf, ist also mit dem Golf verwandt.

Für erste Probefahrten zeigte sich der 4,22 m lange Tscheche durchaus von seinen besten Seiten. Freilich: Waren die Studien des Yeti noch fast mutig avantgardistisch, ist die Blech gewordene Realität eher konservativ gezeichnet. Der Yeti erinnert mehr an den Škoda Hochdachkombi Roomster oder an einen aufgepumpten Fiat Panda als an einen schicken Geländewagen. Ein Mauerblümchen ist er aber trotzdem nicht. Um diesen Eindruck zu vermeiden, haben ihm die Designer einen markanten Kühlergrill mit einer breiten oberen Chromspange und die großen Scheinwerfer plus Extra-Nebelleuchten verpasst. Am Heck sorgen die bekannten sichelförmigen Rücklichter für den typischen Škoda-Abschluss.

Im Inneren gibt es keine Überraschungen: Sachlich, übersichtlich und gut verarbeitet präsentiert sich das Interieur. Die vorderen Passagiere sitzen erhöht, überschauen das Verkehrsgeschehen rund herum und kommen sich nicht zu nahe. Die drei Fondplätze bieten ebenfalls ausreichend Platz. Alle Insassen profitieren von dem luftigen Raumgefühl, das die Höhe von knapp 1,70 m und die gerade Dachlinie vermittelt. Aufrecht sitzen zu können ohne den Kopf beugen zu müssen, ist hier selbst für lang gewachsene Mitreisende möglich. Besonders komfortabel geht es hinten zu, wenn der mittlere Sitz herausgenommen wird. Die äußeren Sitze können dann zur Mitte verschoben werden. Oder man baut alle aus, dann verwandelt sich der Yeti in einen lastentragenden Scherpa. Das Kofferraumvolumen steigt von 416 auf 1.760 Liter. Bis zu 545 Kilogramm dürfen dazu geladen und bis zu 1,6 Tonnen an den Haken genommen werden. Damit kann der Yeti immerhin einen nicht all zu wuchtigen Wohnanhänger ziehen. Angst auf einem matschigen Campingplatz stecken zu bleiben, muss man aber keine haben – sofern man den Yeti mit der Allradtechnik geordert hat. Der permanente Allradantrieb mit einer Haldex-Lamellenkupplung, die je nach Bodenbeschaffenheit die Antriebskräfte variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, wurde vom VW Tiguan übernommen. Im Zusammenspiel mit den kurzen Überhängen, 18 Zentimeter Bodenfreiheit und einem speziellen Fahrprogramm, das auf Tastendruck elektronische Helfer wie ABS, ESP, Antriebsschlupfregelung oder den Bergabfahrassistent für die besonderen Herausforderungen im Gelände scharf stellt, macht der Yeti im leichten Gelände eine gute Figur. Damit das untere Blech die Off-Road-Ausflüge gut verträgt, gibt es optional dafür eine Schutzbeplankung. Aber nicht nur abseits der Straßen hinterlässt der Neue einen guten Eindruck. Trotz seiner Höhe gibt es keine Wankprobleme. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt, die Lenkung setzt die Wünsche des Fahrers direkt um. Für den Vortrieb sind zunächst zwei Benziner und drei Diesel vorgesehen, die allerdings nicht alle zum Marktstart Ende August verfügbar sind. Der kleinste Ottomotor ist der aufgeladene 1,2-Liter mit 77 kW/105 PS, der ab Herbst bestellbar ist. Dieser ist ausschließlich mit Frontantrieb erhältlich und kann ab 2010 auch mit dem 7-Gang DSG-Getriebe kombiniert werden. Der Durchschnittsverbrauch soll bei sieben Litern liegen. Darüber angesiedelt ist der 1,8-Liter TSI mit 118 kW/160 PS, der den Yeti als 4×4 Wesen befeuert. (Spitze: 200 km/h, Verbrauch: 8 Liter, CO2-Ausstoß: 189 g/km). Den Löwenanteil der Bestellungen dürften jedoch die drei bekannten Zwei-Liter-TDI mit den Leistungsstufen 81 kW/110 PS, 103 kW/140 PS und 125 kW/170 PS auf sich vereinen. Der 105 PS Selbstzünder kann sowohl als Front als auch als Allradler geordert werden. Bei ersten Ausfahrten stand die mittlere Motorisierung mit 140 PS zur Verfügung. In gewohnter kraftvoller Manier überzeugte das Aggregat mit seiner Durchzugskraft von 320 Nm und seinem sparsamen Verbrauch mit 6,1 Litern (159 g/km).

Die genauen technischen Daten der anderen Motoren sind bis jetzt noch nicht veröffentlicht, genauso wenig wie die genauen Preise und Ausstattungsvarianten. Sicher ist nur, dass der 1,2-Liter ab 17.990 Euro in der Preisliste steht: ESP und eine ordentliche Komfortausstattung inklusive, aber ohne Klimaanlage. Die günstigste Möglichkeit Off-Road zu fahren, stellt der 110 PS Diesel dar. Dieser kostet ab 22.690 Euro. Mit der Preisgestaltung bleibt Škoda unter dem Preisniveau der Wettbewerber. Wichtige Mitbewerber, wenn viel Platz gebraucht wird, aber nicht zwingend der Allradantrieb, sind sicherlich aus dem eigenen Hause der Roomster, ansonsten unter anderem der Renault Kangoo und der Citroën Berlingo.

Text: Elfriede Munsch

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