Erste Erfahrungen: Audi TT RS

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Audi mag es sportlich. Auch diesseits des Hochleistungssportlers R8 bleiben die Ingolstädter in der Spur und liefern ab September mit dem TT RS als Coupé und Roadster eine neue Version von alltagstauglichem Motorsport für die Straße ab. Der höchst potente TT schlägt nebenbei eine hübsche Brücke in die Vergangenheit der Marke, feiert in seinem Motorraum doch ein ausgesprochen wohltönender Fünfzylinder sein Comeback. Den betörenden Klang erzeugen die Techniker durch unterschiedlich öffnende Auspuffklappen. Im linken Endrohr ist eine zusätzliche Klappe, die bei Betätigung der Sporttaste öffnet und den Sound dadurch noch eindringlicher macht. Dabei haben sich die Akustiker am kultigen Sound des Fünfzylinders aus dem Sportquattro orientiert, mit dem weiland Walter Röhrl Rally Rekorde einfuhr.

Der neue Motor mit 2,5 Litern Hubraum und Turbolader ist das eigentliche Highlight des TT RS. Der neue Motor leistet 250 kW/340 PS und katapultiert den TT damit mittenhinein in die Riege der Potenzsportler vom Schlage eines BMW M3 oder Porsche Cayman S. Dabei überzeugt die Maschine mit höchster Fahrbarkeit und Drehfreude. Reichliche 450 Newtonmeter Drehmoment liegen bereits bei ab 1.600 Touren an und fallen bis 5.300 Umdrehungen auch nicht ab. So fühlt sich der relativ kleine Motor an wie ein ganz großer. Das dezente Downsize-Prinzip: kleiner Motor – viel Aufladung wirkt sich an der Tankstelle positiv aus. Im Normfall fließen lediglich 9,2 Liter durch die Einspritzdüsen, was in dieser Leistungsklasse als sehr günstig gelten darf. Der TT RS ist aber nicht zum Sparen sondern zum Spaß haben da. Den bietet das kleine Coupé oder alternativ der Roadster zu genüge. Die Kraft des Turbos wird über vier angetriebene Räder auf die Straße gebracht. Traktion ist also immer reichlich da. Die 245/40 großen 18-Zoll-Reifen setzen Beschleunigungswünsche (4,5 Sekunden auf 100 km/h) ebenso akkurat um wie Kurvenwechsel. Weniger gut schneiden sie dafür im Komfort-Kapitel ab, aber das ist durchaus üblich bei Fahrzeugen dieser Art. Auch die sehr sportlich ausgeformten Sitze tragen wenig zum Komfort, dafür umso mehr zum Seitenhalt bei. Optional gibt es das adaptive Dämpfungssystem Magnetic Ride, das die Härte des serienmäßigen Sportfahrwerks etwas mildert. Der TT RS ist nicht zum Reisen da. Der Fokus der Entwicklung lag eindeutig auf Fahrvergnügen durch Beschleunigung, Klang und Kurvenhatz und das muss auch in Krisenzeiten erlaubt sein. Schließlich feiert die Marke mit den vier Ringen in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag.

Mit einem Basispreis von 55.800 Euro für das Coupé und 58.650 Euro für den Roadster ist der TT RS fast ein Geburtstagsgeschenk an die Kunden – zumindest wenn man den Preis pro PS sieht und die weitgehend komplette Ausstattung mit ins Kalkül zieht.

Text: Günter Weigel