Test-Tour: VW California Biker

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Kaum ein Fahrzeug steht für das individuelle Reisen wie der VW Bulli. Seit mehr als 60 Jahren verkörpert er die Lust am Reisen und an Abenteuern. Es dürfte auf dieser Welt kaum ein Plätzchen geben, zu dem der Urahn aller VW-Busse nicht hingetuckert und auch wieder weg gezockelt ist. Der moderne Nachfolger heißt California und gehört zur Familie der T5-Fahrzeuge im Nutzfahrzeugprogramm, zu denen auch die Großraumlimousine Multivan zählt. Der California begeistert seit mehr als 20 Jahren die Kundschaft. Ermöglicht er doch – vergleichsweise preiswert – die große weite Welt zu erkunden. Und im Gegensatz zu großen Reisenmobilen braucht man mit den kompakten Außenmaßen von knapp 4,90 m auch die meisten engen Gassen historischer Altstädte nicht zu fürchten.

Pünktlich zur Feriensaison offerieren die Hannoveraner nun das Sondermodell California Biker. Für den sportlichen Auftritt sorgen nicht nur der serienmäßige Heckträger für bis zu vier Fahrräder, sondern auch Leichtmetallräder, Privacy-Verglasung im Fahrgastraum, abgedunkelten Rückleuchten und die Metallic- oder Perleffekt-Lackierung vermitteln einen sportlichen Anstrich. Fürs leibliche Wohl sind die Voraussetzungen ebenfalls gegeben: Eine Küchenzeile mit Zwei-Flammen-Gaskocher, Kühlschrank, mehrere Staufächer und ein zusätzlicher Klapptisch stellen schon einmal die Grundversorgung sicher. Die Bezüge der Sitzgelegenheiten sollen schmutz-unempfindlich sein. Krümmeln und Kleckern stellen also keine anhaltenden Probleme dar. Hat man die Version mit Hochdach geordert, finden bis zu vier Personen ein mehr oder weniger bequemes Schlafplätzchen. VW errechnet einen Preisvorteil von knapp 4.000 Euro im Vergleich zum regulären California Modell. Der Basispreis beginnt bei 49.980 Euro, allerdings gehört hier nur der nicht eben durchzugsstarke 1,9 Liter TDi mit 75 kW/102 PS dazu (Verbrauch: 7,9 Liter, CO2-Ausstoß: 208/km). Wenn man das 2,2 Tonnen schwere Gefährt zügig über Bergpässe und über Talstraßen bewegen möchte, hat man aber vermutlich mit dem 2,5-Liter-Motoren mit 96 kW/126 PS oder mit 128 kW/174 PS mehr Freude. Zumal sie sich durchschnittlich nur einen halben Liter mehr genehmigen. Beide Aggregate sind zudem mit einem Sechsgang-Getriebe ab Werk ausgestattet. Optional steht eine Sechsgang-Automatik zur Auswahl und statt Front- kann auch Allradantrieb bestellt werden. Erfreulich: ESP, ABS sowie Fahrer-, Beifahrer-, Seiten- und Kopfairbags sind serienmäßig mit an Bord. Natürlich gibt es zahlreiche Variationsmöglichkeiten, den Fitnesstrainer auf vier Rädern zu individualisieren. Das Paket Tour für 2.700 Euro beinhaltet unter anderem eine Geschwindigkeitsregelanlage, ein Multifunktionslenkrad und Bi-Xenon-Scheinwerfer. Saftey kostet 540 Euro und erweitert das Angebot mit Einparkhilfe vorn und hinten, Berganfahrassistent und durch ein Wertfach, in dem Geld und Dokumente sicher verwahrt werden können. Damit ist aber die Aufpreisliste mit nützlichen Dingen noch nicht zu Ende. Eine Markise kostet 580 Euro, eine Schiebetüre, die elektrisch arbeitet, steht mit 420 Euro an und eine Drei-Zonen-Klimaautomatik mit Zusatzheizung belastet das Budget um weitere 1.070 Euro. Da klettert der Grundpreis schneller bergan auf 55.000 Euro und mehr als dass der Biker mit dem Fahrrad bergab fahren kann.

Text: Elfriede Munsch

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