Aktuelle PS-Boliden – Ein Überblick

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Ein Kampfstier als Namenspatron für einen Sportwagen? Tatsächlich: Reventón nennt Lamborghini ein (stahlgraues) Geschoss aus eigenem Hause. Es hat mehr Ähnlichkeit mit einem Kampfjet als mit dem spanischen Vierbeiner, leistet 650 PS und macht zum Nettopreis von einer Million Euro maximal 20 künftige Besitzer froh.

Gleich 1,4 Millionen netto verlangt Bugatti für einen von fünf Exemplaren des Sondermodells Pur Sang. Auf besonderen Wunsch eines Kunden wurde auf jegliche Farbe verzichtet. Das 1001-PS-Gefährt glänzt durch Alu, Karbon und Leder – pure Materialien, die auch ohne Lack edel aussehen. Während der Bugatti wahrscheinlich eher in den übergroßen Vitrinen wohlhabender Sammler landet, ist der Ferrari F430 Scuderia ein echtes Fahrgerät. Die Techniker haben den Zweisitzer um 200 Kilogramm abgespeckt, was das Leistungsgewicht des Sportlers auf 2,45 kg/PS bringt. Damit ist der Ferrari absolut rennstreckentauglich und man wird ihn sicher häufiger auf der Nordschleife des Nürburgrings sehen können.

Dorthin gehört der deutsche Vertreter der Supersportwagen, der Porsche GT2. Mehr Leistung, weniger Gewicht lautete schon beim ersten GT2 das Credo der Entwickler. Auch im neuen GT2 werden die geballten 530 Turbo-PS ungefiltert auf die Hinterachse losgelassen. Elektronische Fahrhelfer sucht man vergebens. Für knappe 190.000 Euro ein echtes Fahrer-Auto. Deutlich schwächer, mit 300 PS aber nicht eben untermotorisiert, zeigt sich der Artega GT. Das Mittelmotorcoupé entsteht im westfälischen Delbrück und soll die Kunden ansprechen, denen ein Porsche oder Ferrari zu gewöhnlich ist.

Dass Sportwagen nicht nur Sport, sondern auch Luxus können, beweist Maserati mit dem neuen Grand Tourismo. Das bildschöne Coupé will sich künftig weniger mit Porsche als mit den großen Mercedes Coupés messen. Für die gleiche Zielgruppe produziert auch Bentley sein Continental Coupé, dessen schnellste Spielart, der Speed, die modernen Bentley-Boys im gereiften, aber wohlhabenden Manne anspricht. Der Brite mit den VW-Genen schafft – unter Ablegung jedweder Zurückhaltung – Tempo 326, wenn man ihn denn lässt.

Gar nicht kaufen kann man den Mercedes F700. Die Studie einer möglichen übernächsten S-Klasse überzeugt mit Technik-Features wie einem lasergesteuerten Fahrwerk und vor allem mit dem derzeit vielleicht innovativsten Motorenkonzept. Der Diesotto verschmilzt Benziner und Diesel zu einer Einheit und kombiniert das im Falle des F700 noch mit einem Hybridantrieb. Heraus kommen 258 PS und ein Normverbrauch von 5,3 Litern.

Mit neuen Formen spielt die BMW-Studie X6. Hier wird der anhaltende Geländewagentrend mit den fließenden Formen eines klassischen Coupé gekreuzt. Technisch ist der X6 ziemlich serienreif, basiert er doch auf dem X5. Unter den Studien ist auch der Opel Flextreme erwähnenswert, weil er die amerikanische Variante von alternativen Antrieben mit starken Elektromotoren zeigt. Sportlicher gibt sich Nissan mit dem Mixim. Die Elektro-Studie zeigt, wie sich die Japaner einen Sportwagen des Jahres 2020 vorstellen. Nebenbei vermitteln die meisten auf der IAA gezeigten Studien, dass auch in Zukunft das Autofahren Spaß machen darf. Die PS-Träume der Gegenwart sind übrigens ökologisch durchaus vertretbar. Sie saufen zwar, wenn sie fahren, aber sie fahren ja kaum und werden nur in homöopatischen Dosen unters Volk gebracht. So liefert die Fleischfraktion der Grünen Autowoche eher Kobe-Beef als Holzfäller-Steaks.

Text: Günter Weigel

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