Erste Erfahrungen: Nissan Qashqai

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Neues wagen und ausprobieren: Das will Nissan mit dem neuen Kompaktwagen Qashqai (sprich: Kasch-Kai). Der Nachfolger des zuletzt glücklosen Almera fährt abseits der üblichen Autokonzepte in dieser Klasse als Mischung zwischen Limousine und SUV daher. Die Idee ist zwar nicht ganz neu, so gibt es schon länger Fahrzeuge, die sich mit einigen Geländewagenattributen schmücken. Doch anders als zum Beispiel bei einem VW Cross Golf kann man den Qashqai mit Allradantrieb ordern, so dass die erhöhte Bodenfreiheit des Fahrzeugs sogar Sinn ergibt. Insgesamt ist es den Nissan Designern gelungen, eine ungewöhnliche Formensprache umzusetzen, bei ersten Ausfahrten rund um und in Barcelona folgten viele ausgestreckte Finger von umherstehenden Passanten dem Wagen.

Aufgrund seiner Außenmaße (Länge: 4,31 m, Breite: 1,78 m, Höhe: 1,60 m) bietet der Kompakte genügend Platz, ist aber trotzdem für den urbanen Einsatz wendig genug und sogar tauglich für enge Parkhäuser. Durch die erhöhte Sitzposition hat der Fahrer einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen. Der Innenraum ist ansprechend gestaltet, der Fahrer findet eine bequeme Sitzposition und erfreut sich an der übersichtlichen Platzierung der Instrumente. Ein großes gekühltes Handschuhfach und viele Ablagen sorgen für Alltagstauglichkeit. Schon in der Basisausstattung verfügt der Wagen über viele praktische Komfortfeatures für Vielfahrer wie eine Bluetooth-Freisprechanlage samt einer Lenkradfernbedienung für diese und das ebenfalls serienmäßige Audio-System. Eine manuelle Klimaanlage und eine gute Sicherheitsausstattung gehören ebenfalls bereits ab Werk dazu. Der Kofferraum punktet mit einem Volumen von 410 Litern. Durch einfaches Umklappen der Rücksitzlehnen lässt sich der Wert bis auf 1.513 Liter steigern. Mehr Variabilität ist allerdings nicht möglich, weder kann man die Rückbank verschieben noch Sitze versenken.

Zur Markteinführung ist der Qashqai mit drei Motoren lieferbar. Der 1,5-Liter Basis-Selbstzünder mit 78 kW/105 PS dürfte die bevorzugte Motorisierung werden. Sparsam und Dank eines Drehmoments von 240 Nm bei 2.000 Umdrehungen nicht lahm, schafft das überarbeitete Renault-Aggregat eine Höchstgeschwindigkeit von 174 km/h. Allerdings ist erst ab Juni ein Partikelfilter erhältlich. Ebenfalls ab Sommer steht der drehfreudigere 2,0 Liter Diesel mit 110 kW/150 PS und serienmäßigem Partikelfilter zur Verfügung. Dieser zeigte bei ersten Testfahrten genauso wie der ebenfalls Zwei-Liter-Benziner mit 104kW/141 PS genügend Sportsgeist den Wagen zügig zu beschleunigen. (Spitze: beide 190 km/h, Verbrauch: 6,2 und 8,2 Liter). Eine Sechsgang-Schaltung überträgt präzise die Schaltvorgänge, als Alternative gibt es für den Diesel eine Sechsstufen-Automatik oder für den Benziner ein CVT-Getriebe.

Ein 1,6 Liter mit 84 kW/115 PS (Spitze: 175 km/h, Verbrauch: 6,7 Liter) rundet das Motorenangebot nach unten ab.

Beide Zwei-Liter-Aggregate können mit dem aus dem X-Trail bekannten Allradsystem bestellt werden. Im Normalbetrieb geht die Kraft an die Vorderräder, bei Schlupf jedoch wird das Motordrehmoment variabel auch an die Hinterräder geleitet. Bei Betätigung des Lock-Programms schaltet sich ein permanenter Allradantrieb ein.

Ab 19.790 Euro steht der Qashqai als Fronttriebler bei den Händlern. Der kleine Diesel startet bei 21.740 Euro, der große Diesel ab 24.890 Euro. Der Allradantrieb kostet 1.300 Euro Aufpreis. Übrigens: Anthropolgen wissen es natürlich, die Qashqai sind ein Nomadenstamm aus dem Iran. Und schon ein anderer Hersteller bewies mit der Auswahl eines Nomadenvolkes als Namensgeber ein glückliches Händchen: VW mit dem Touareg.

Text: Elfriede Munsch

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