CD-Tipp der Woche

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Benny Quick: Motorbiene. (Bear Family)

Er war ein echtes One-Hit-Wunder. Bis heute freilich kann sich Benny Quick damit trösten, dass dieses Wunder es in sich hat. Immer noch läuft seine Motorbiene über die Sender – sehr gerne in den frühen Radioprogrammen, wo sie auch den muffeligsten Morgenmuffel munter macht.

Frisch erschienen allerdings war die Motorbiene eine kleine Gesellschaftsbeschreibung. In den frühen sechziger Jahren war das, als ein Auto noch alles andere als selbstverständlich, Goggomobil und Isetta kleine Sensationen waren und auf den Motorroller erst mal gespart wurde. Stand der Motorroller dann vor dem Haus, war er nicht nur zum Fahren, sondern auch zum Renomieren da. Und die Fahrt mit ihm zum Rummelplatz – das war schon ein kleines Fest.

Feiner Rock'n'Roll paßt zu einem Loblied auf den Motorroller natürlich optimal, und den hat Benny Quick aus dem Effeff beherrscht. Seine Leidenschaft war aber auch verantwortlich dafür, dass die Karriere eine kurze blieb. Nach dem Willen der Schallplattenfirma sollte er langfristig zum Schlagersänger aufgebaut werden – was der überzeugte Rock'n'Roller rigoros ablehnte.

Das kleine Label Bear Family, Spezialist für die Wiederveröffentlichung von Oldies und Evergreens , hat die Motorbiene zu neuem Leben erweckt – auf CD. Spaß macht sie, wie alle Lieder der CD, auch heute noch. Denn wiewohl das eigene Auto ja keine Sensation mehr ist, macht die Fahrt zum Rummelplatz heute wie damals Spaß.

Die Bear Family feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag: Vor genau 30 Jahren, 1975, begann der Boss der Bärenfamilie, Richard Weizer, mit dem Ausgraben verborgener Klang-Perlen. Was anfangs wie eine kleine Liebhaberei (um nicht zu sagen: wie ein Spleen) wirken konnte, ist heute zu einem dicken Katalog von Re-Issues unter dem Label Bear Family angewachsen. Und der Ruf von Richard Weizer und seinem Team reicht im wahren Sinne des Wortes (fast) in die ganze Welt.

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