Buchtipp der Woche

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Jilliane Hofmann Cupido

Die Situation ist nicht so ganz alltäglich: Bei einer Routinekontrolle entdecken Cops des Miami Beach Police Departements im Kofferraum eines Jaguar die entsetzlich zugerichtete Leiche einer jungen Frau. Ihre Verletzungen sind typisch für die Opfer einer Mordserie, die den Sunshine-State erschüttert. Alle Nachforschungen im Reich der Gestörten und Durchgeknallten blieben bislang ohne Erfolg. Mit dem nun per Zufall ins Netz gegangenen jungen Mannes glaubt man, endlich den gesuchten Serienkiller Cupido gefasst zu haben.

Davon überzeugt ist auch die abgebrühte Staatsanwältin C. J. Townsend. Sie jagt mit ihren Ermittlern Cupido seit längerer Zeit und ihr kommt jetzt die Aufgabe zu, den Verdächtigen vor den Richter zu bringen und im Auftrag des Staates Florida die Anklage zu vertreten. Bei einem der im amerikanischen Rechtssystem vorgeschriebenen Anhörungen bleibt ihr jedoch fast das Herz stehen. Sie erkennt in dem Verdächtigen den Mann, der sie zwölf Jahre zuvor, während ihres Jurastudiums in New York, brutal vergewaltigt, gefoltert und fast getötet hat. Mit einem Schlag hat sie die gerade mühsam verdrängte Vergangenheit wieder eingeholt. Dazu kommt ein fast nicht aufzulösender Gewissenskonflikt, denn sie müsste eigentlich den Fall wegen Befangenheit ablehnen. Andererseits hat sie jetzt die einmalige Möglichkeit, sich an ihrem Peiniger von damals zu rächen, zumal nach amerikanischem Recht dessen Gewalttat ihr gegenüber verjährt ist.
Auch der verdächtige Serienkiller erkennt sein Opfer wieder und zieht alle Register, C. J. Townsend aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Dies scheint ihm sogar zu gelingen, als die ganze Geschichte aus dem Ruder gerät …

Nervenkitzel und durchlesene Nächte – das garantiert das Erstlingswerk von Jilliane Hoffman. Sie erzeugt Spannung pur, beschreibt gefühlvolle Momente ebenso wie die brutalen Aktionen des Polizeialltages und analysiert die Charaktere der handelnden Personen schonungslos. Mit ihrer Erfahrung als ehemalige Staatsanwältin vermittelt sie auch präzise Einblicke in das amerikanische Rechtssystem. Dies sind die eher informativen und erholsamen Teile des Buches, ansonsten geht es atemlos und schnell durch die Seiten – es fällt schwer, den Roman beiseite zu legen.
Unbedingt lesenswert!