Buchtipp der Woche

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Ole Bornemann: Es lebe der Präsident; Grafit Verlag, 9,40 Euro

Es stinkt an der französischen Riviera, sprichwörtlich. Und das ausgerechnet rund um die Blumenstadt Nizza. Intrigen, Korruption und ein Mord sorgen für Aufregung in der feinen und in der halbseidenen Gesellschaft. Der Leichenfund auf der Müllhalde hinter dem mittelalterlichen südfranzösischen Dorf Villeneuve Loubet bringt Dinge an die helle Sonne der Provence. Das wächst sich zu einer staatsbedrohenden Situation aus – schließlich führen die Spuren bis hinein in den Elyséepalast. Oh là là! Und mitten in diesem Sumpf sucht Kommissar Bernard Grissard nach den vielen Wahrheiten. Eher lustlos geht er zu Werke und träumt dabei vom großen Coup. Damit meint er eine satte Bestechungssumme (gezahlt von einem Gangstersydikat) und das daraus resultierende sorgenfreie Leben an der Cobacabana, weit weg vom Polizeidienst. Erst als sein Partner, Inspektor Brun, brutal umgebracht wird, nimmt er die Jagd nach den Killern auf. Er merkt sehr schnell, dass er es da mit ausgebufften Profis zu tun hat, die einen hohen Politiker mit aller Macht und Brutalität schützen. Doch Grissard gehört nicht zu den Polizisten, die sich einschüchtern lassen. Und ganz nebenbei träumt er seinen Traum von der Copacabana weiter……

Ole Bornemann erzählt mit viel Emotion die Geschichte eines Verbrechens an der Cóte d'Azur, mit all seinen mafiösen und korrupten Strukturen. Dabei vergisst er nicht jenes kräftige Lokalkolorit, der sich in diesen Breiten natürlich vor allem an Küche und Keller festmacht. Vom kleinen amourösen Abenteuer bis hin zu den betonierten Bausünden hat er alle Klischees der französischen Riviera bedient, erweist sich so als Kenner und als guter Beobachter von Land und Leuten.

Autor Ole Bornemann übrigens ist gelernter Journalist. Er lebt seit 1993 in Südfrankreich, wo er – wen wundert's – gemeinsam mit seiner Frau in St. Paul de Vence ein Restaurant betreibt.

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