Peugeot: Vom 201 zum 208

Peugeot zeigte auf dem 30. Nostalgie-Festival „Golden Oldies“ im hessischen Wettenberg, wie sich die geschichtsträchtige 2er-Baureihe der Marke in den letzten 90 Jahren entwickelt hat

Das veranschaulichte das in Gießen und Aßlar ansässige Autohaus “Hain am Ring“ in der Poststraße, die extra für zwei Tage zusätzlich mit „Peugeot-Straße“ beschildert wurde.

Die 2er-Reihe begann mit dem 201, zwischen Juli 1929 und September 1937 in 142.309 Exemplaren in Sochaux gebaut. Mit dem neu entwickelten Fahrzeugmodell überstand Peugeot die Wirtschaftskrise der 1930er Jahre relativ gut und gewann das Image einer Automobilmarke von bedeutenden Konstrukteuren. 

Der 201 wurde in vielen verschiedenen Varianten jeweils mit 2,47 Meter Radstand angeboten. Anfangs war er mit einem 1,1-Liter-Vierzylinder-Ottomotor ausgerüstet, der 17 kW/23 PS bei 3500/min leistete und dem 890 kg schweren Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h ermöglichte. Später erhielt das Modell einen 1,3-Liter-Motor, dann 1931 Einzelradaufhängung vorn und zuletzt standen bei knapp 1,5 Liter Hubraum 26 kW/35 PS zur Verfügung.

Bei seiner Präsentation war der 201 das erste Peugeot-Modell, das die später patentierte mittlere Null in der dreiziffrigen, heute noch verwendeten, Modellbezeichnung führte. Zu Beginn umschloss diese “0“ den Einschnitt im Blech für die Starterkurbel. Die erste Ziffer zeigt die Modellfamilie, die letzte die Generation und die Null in der Mitte schafft den Wiedererkennungswert.

Ab 1938 wurde für gut zehn Jahre der 202 in rund 105.000 Exemplaren als Limousine, Cabrio-Limousine Découvrable, Kombi Aventure oder zweisitziger Lieferwagen mit Pritsche gebaut. Alle 202-Modelle hatten erstmals die in der Wagenmitte hinter dem Frontgrill versteckten Scheinwerfer – ähnlich wie beim größeren (in Wettenberg „stellvertretend“ ausgestellten) Peugeot 402.

Vom 203 wurden von 1948 bis 1960 über 685.000 Exemplare mit nun außen platzierten Scheinwerfern und weit vorragender Motorhaube gebaut. Er war bis 1954 sogar die einzige Modellreihe der Löwenmarke. Neben Limousinen gab es auch Cabriolimousinen, Coupés, Cabriolets und verschiedene Kombiversionen wie Familiale, Commerciale, Fourgonnette, Fourgon und Camionnette – mit selbsttragender Karosserie, unterschiedlichen Radständen, hydraulischen Bremsen, Einzelradaufhängung vorn und Zahnstangenlenkung.

Der 204 wurde von 1965 bis 1976 hergestellt, gehörte nun zur unteren Mittelklasse. Er war der erste Peugeot mit Frontantrieb, Einzelradaufhängung mit MacPherson-Federbeinen vorn und Querlenkern hinten sowie Scheibenbremsen vorn. Die quer eingebauten 1,1-Liter-Motoren leisteten bis zu 42 kW/58 PS.

Der 205 war dann von 1983 bis 1998 mit ähnlicher Technik, aber breiterer und flacherer Motorhaube erstmals wieder ein Kleinwagen. Als Schrägheck-Fünftürer oder Cabriolet wurde er mit insgesamt 5.278.000 Fahrzeugen ein großer Erfolg für Peugeot. Nach dem Start mit Einliter-Vierzylinder-Benziner und 31 kW/42 PS gab es bald auch 44 kW/60 PS starke Dieselvariante und 1984 folgte der 205 GTI mit Benzineinspritzung.

Der 206 ersetzte als drei- oder fünftürige Schräghecklimousinen und ab 2000 als Coupé-Cabriolet 206 CC mit zweiteiligem elektrohydraulischen Klappdach den sicherheitstechnisch nicht mehr aktuellen 205. Dieser wurde aber – ebenso wie sein ab 2006 in den gleichen Karosserievarianten gebauter Nachfolger 207 – als „Noch-nicht-Youngtimer“ bei den Golden Oldies nicht ausgestellt. 

Dafür sah man den neuen Peugeot 208 noch vor dem Marktstart. Der Fünftürer wird, hier ein Novum, als e-208 erstmals auch mit Elektromotor angeboten.

Fotos: Peugeot, Seiler