Opel-Ikonen: Nostalgie im Herzen des Schwarzwalds

Für 118 Klassiker ging es kürzlich wieder auf große Fahrt – da startete die 8. Paul Pietsch Classic, die zu Ehren von Rennfahrer und Verleger Paul Pietsch stattfand. Jede Menge blitzenden Chroms und zeitlos schöner Karossen wurden über rund 550 Kilometer durch die schönsten Ecken des Schwarzwalds des Rallye-Paten erkundet.

Die Rüsselsheimer schickten über die zwei Etappen anlässlich ihres Jubiläums 120 Jahre Opel-Automobilbau ihre Straßenkreuzer Kapitän, Admiral und Diplomat, die in den 60er und 70er Jahren die automobile Oberklasse besetzten auf Tour. 1964 trumpfte Opel mit der KAD-Baureihe auf. Das völlig neu entwickelte Fahrwerk mit der hochkarätigen DeDion-Hinterachse, die fahrdynamisch einer Einzelradaufhängung oft mehr als nur ebenbürtig ist, wurde die Fahrt mit dem Sechs- und Achtzylinder-Modellen zum Erlebnis. Alle drei teilen sich eine knapp fünf Meter lange und 1,90 Meter breite Karosserie. Nicht nur die Namensgebung spiegelte das Standesbewusstsein von den Rüsselsheimern wider, sondern auch das amerikanische Design, die Außenabmessungen und die bärenstarken Sechs- und Achtzylindermotoren. Außerdem mit am Start zur großen Rundfahrt waren die Coupé-Klassiker Manta A, Opel GT und Monza.

Vertreten im Corso waren aber auch ein Bentley 6 ½ Litre Speed Six aus dem Jahre 1928, ein Rolls Royce 25/30 HP von 1937 und ein Riley Brookslands special von 1938 um nur die ältesten Vertreter zu nennen. Die Tour der 118 Teilnehmer aller Marken ging über Traumstraßen zwischen Freiburg, Offenburg, Baden-Baden und Freudenstadt. Die Schwarzwaldroute mit Ausblicken auf das Rheintal und die Vogesen begeisterte nicht nur die Teams, sondern auch die Zuschauer. Entlang der Strecke erfreuten sich die Zuschauer am Anblick der herrlich restaurierten Oldtimer, erregten die Aufmerksamkeit und ließen Herzen höher schlagen. Wie eine Diva, die bekanntlich eine ähnliche Wirkung erzielt, sind auch Oldtimer Objekte, die Interesse und Begehrlichkeiten wecken.

„Die Paul Pietsch Classic gehört zu den schönsten Oldie-Rallyes in Deutschland und weit darüber hinaus. Mit den Opel-Ikonen Kapitän, Admiral, Diplomat, Manta, Monza und GT haben wir dazu beitragen dürfen, den Zuschauern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern“, freute sich Opel Kommunikationschef Harald Hamprecht, der auf der Ausfahrt hinter dem Volant des seltenen Opel Diplomat B V8 5,4 saß. Der Diplomat mit seinen 230-PS-V8-Motor war zu seiner Zeit einer der schnellsten Reiselimousinen seiner Klasse. In der Langversion wurde der Wagen 1975 während des Staatsbesuchs vom amerikanischen Präsidenten Gerald Ford genutzt.

Unter dem bunten Feld der Evergreens ging die KÜS-Redaktion mit dem legendären Opel GT von 1969 aus dem Classic-Fundus der Rüsselsheimer auf Tour. Seine Karriere begann der Sportwagen 1965 als Experimental GT als Konzeptfahrzeug auf der IAA. Drei Jahre später stand der serienreife GT bereits beim Handel und war heiß begehrt. Insgesamt wurden von dem Kultsportwagen knapp 103.500 Exemplare verkauft. Der gelbe Zweisitzer mit den breiten schwarzen Rallye-Streifen sorgte für Aufsehen auf der Ausfahrt. Seine flache Frontpartie mit den klassischen Klappscheinwerfern, die für damalige Zeit üblich rein mechanisch über einen massiven Hebel auf der Mittelkonsole zu öffnen oder schließen sind zogen die Blicke der Zuschauer auf sich. Der Innenraum des GT bietet selbst großen Personen viel Platz und das Cockpit neigt sich dem Fahrer entgegen. Die Sitze mit integrierten Kopfstützen sind bequem und bieten reichlich Seitenhalt. Angetrieben wird der GT von einem Vierzylinder-Motor, der 90 PS leistet. Die Gänge sortiert der Pilot über ein leichtgängiges Viergang-Schaltgetriebe. Fahrvergnügen ist vorprogrammiert – mit dem Vierzylinder geht es richtig flott zur Sache. Das Coupe erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 185 km/h. Mit seinem damaligen Basispreis von 11.877 DM war der GT 1900 selbst unter Fans mit kleinerem Geldbeutel durchaus noch bezahlbar.

Bilder: Opel