Der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio: SUV mit Renn-Lizenz

Das vierblättrige Kleeblatt (italienisch quadrifoglio) steht für die Topmodelle bei Alfa Romeo. Das gilt auch für das erste SUV der Marke, den nach dem Stilfser Joch benannten „Stelvio“. 510 PS, da steckt der Name schon in den Genen: „Sport“.

Bei so vielen Pferdestärken, aufgezeigt durch das vierblättrige Kleeblatt auf dem Kotflügel und die vier mächtigen Endrohre des Auspuffs, ist der permanente Allradantrieb des Probanden fast schon so etwas wie eine halbe Lebensversicherung. Denn anders als bei der mit der gleichen Leistung ausgestatteten Giulia Quadrifoglio wird die Kraft des Sechszylinder-Turbobenziners nicht nur auf die Hinterräder weitergeleitet. Dafür sorgt im Falle des Ultima-ratio-Stelvio eine Achtgang-Wandlerautomatik.

Doch nicht nur das überpotente Triebwerk und die optische Supersportler-Attitüde, sondern auch das Interieur, und hier vor allem die Sitze, sorgt dafür, dass dieses italienische SUV der Spitzenklasse auch so bewegt werden kann, wie es den leistungsmäßigen Vorgaben entspricht. Die Sitze in der ersten Reihe sind mit breiten Seitenbacken ausgestattet, die ein „Hin-und-Her-Rutschen“ in der ersten Reihe nahezu ausschließen. Da fühlt man sich schon eher wie in einem GT3-Sportwagen auf der Nordschleife des Nürburgrings als etwas abseits der Straße im „Offroad light“.

Hochwertiges Alcantara am griffigen Lenkrad gehört zur serienmäßigen „Bekleidung“ des vierblättrigen Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio. Selbiges sollte man dann auch beherzt in die Hand nehmen, wenn es im winterlichen Terrain auf an- oder abschüssigem Gelände zur Sache geht. Genauso wie auf der Rennstrecke, wo man dieses SUV, „eigentlich“ ganz und gar nicht „artgerecht“, mit ebenso viel Fahrfreude bewegen kann. Allerdings muss der Fahrer oder die Fahrerin sich dessen gewiss sein, dass der fast 1,70 Meter hohe sportliche Italiener in extremen Fahrbereichen schon eine übermäßige Querbewegung in der Fahrdynamik entwickeln kann.

Die Entwicklungsingenieure des Hauses haben für derlei Bedingungen vorgesorgt. So unterstützt ein mechanisches Sperrdifferenzial mit einer Torque Vectoring-Funktion den Fahrer beim rasanten Bewältigen der Kurvenradien. Das permanente Allradsystem verteilt die Kraft, wenn nötig, zielgerichtet auf die Vorderachse und sorgt so, für den Fahrer nicht wahrnehmbar, für stets ausreichende Traktion.

Der Stelvio Quadrifoglio ist mit seinen knapp zwei Tonnen aber auch ein Fahrzeug, das durchaus „normal“ im Alltagsbereich bewegt werden kann. Die knapp 600 Newtonmeter an Drehmoment verleihen dem mächtigen, hohen Allradsportler zu bulliger Schubkraft. Wer es denn mag: Der Alfa Romeo mit Maserati- und Ferrari-Genen im Fahrwerk lässt sich in 3,8 Sekunden von Null auf 100 km/h düsentriebartig nach vorn schießen. Und laut Hersteller ist erst bei 283 km/h Schluss mit lustig. Und dies bei Abgasnorm Euro 6.

Dass man für so viel Urgewalt, verbunden mit einer außergewöhnlichen Italo-Optik dann auch runde 90.000 Euro ausgeben muss, verwundert nicht. Das ist, im Vergleich zu den wenigen Konkurrenten dieses Genres, eher „State of the Art.“