Buchtipp – Waalkes: Kleinhirn an alle

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Otto, der Ostfriese. Der Mann hinter Frau Suhrbier, der Erfinder der Ottifanten, der Schlagerparodist par excellence (Dänen lügen nicht). Der auch mit Filmen erfolgreiche Komiker. Man lacht schon, wenn er die Bühne betritt. Und oft genug hat er auch mal medial Dresche bezogen, wenn einer seiner Gags, sagen wir mal, arg derb geriet.

Ergo: Man glaubt, ihn zu kennen. Seit Mitte der Siebziger ist er aus der Riege der deutschsprachigen Humoristen nicht mehr wegzudenken. Und die Siebziger sind heuer doppelt ein gutes Stichwort: am 22. Juli wird Otto Waalkes 70 Jahre jung.

Aber: Wer ist der Mensch hinter den Gags, den Parodien, hinter Frau Suhrbier und den Ottifanten? Sicher, recht spät in Ottos Laufbahn sind mal private News an die Öffentlichkeit gekommen, eine Scheidung oder Trennung. Das ist normal bei einem Menschen seiner Popularität. Aber wirklich informativ waren diese Nachrichten keineswegs.

Kleinhirn an alle ist eine Überraschung. Seine Autobiographie zeigt Otto Waalkes oft genug von einer sehr nachdenklichen Seite. Gerade weil man das Lachen immer vor Augen und in den Ohren hat, gerät der Umschwung bei der Lektüre bisweilen abrupt. Aber das ist gut so – denn wirklich lustig ist doch nur, wer auch ernst sein kann.

Otto Waalkes: Kleinhirn an alle. Heyne Verlag; 22 Euro.

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