Seat: Neuer Ateca ist auch ein Aufbruchs-Signal

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Der Ateca: Wie Seat sich ein völlig neues Käuferpotenzial erschließt
Lange hat man bei Seat auf ein derartiges Fahrzeug warten müssen. Als Spezialist in Sachen sportlicher Fahrzeuge mit entsprechendem Design, juvenilem Zubehör, kraftvoller Motorisierung und einem ganz eigenen Verständnis in Sachen Markenauftritt ging die Volkswagen-Tochter bei der Konzeption eines SUV ganz behutsam vor.

Nun ist der Ateca seit wenigen Monaten auf dem Markt und es hat den Anschein, als habe man alles richtig gemacht: Der Neue ist nicht nur ein optisch ansprechendes Fahrzeug in diesem Boom-Segment, sondern auch eines, das die Kernwerte der Marke in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt und sie damit auch zu einer breiteren Kundenklientel transportiert. Die Version „Style“ mit dem 150 PS starken 1,4 Liter Benziner ist ein Paradebeispiel für diese Theorie.Der in Tschechien gebaute Ateca ist nicht nur ein SUV, das sich aus der Masse abhebt, das mit seinem ansprechenden Design und seiner sportlichen Note inspiriert und ein ausgesprochen günstiges Preis-/Leistungs-Verhältnis aufweist: Das Wichtigste an diesem Fahrzeug für den Hersteller, er verlässt die Kernwerte quer durch die Angebotsplatte der spanischen Volkswagen-Tochter nicht. Er fasziniert, aber er polarisiert nicht. Er ist nicht überproportional, besticht dennoch mit Größen-Proportionen, die kaum zu Kritik Anlass geben. Er ist also mitnichten ein eingedampfter Tiguan. Damit stößt Seat keine seiner bisherigen Kunden vor den Kopf, erschließt sich aber ein neues Käuferpotenzial. Wie bisher belässt es Seat bei der Nomenklatur seiner Fahrzeuge auf die Hinweise der iberischen Wurzeln. Ateca ist ein kleines Dorf am Rand von Saragossa und Namensgeber des SUV, auf das man so lange gewartet hat. Der 4,36 Meter Fronttriebler basiert auf dem VW-eigenen modularen Querbaukasten, weist den gleichen Radstand auf wie das Kompaktklassenmodell Leon. Dadurch ergeben sich reichliche Synergie-Möglichkeiten.

Der Hersteller hat bei allem Bemühen, den Ateca in der Außendarstellung wie auch im Innenraum ganz bewusst als Seat vorzufahren und vorzuführen, zwar die Seat-typischen Merkmale beibehalten, in vielen liebevoll gestalteten Details macht sich aber das Bemühen um Individualität in diesem hart umkämpften Markt bemerkbar. Schließlich soll der Kompakt-SUV so etwas wie eine Art neues Flaggschiff der gesamten Marke mit dem markanten, zackigen „S“ im Grill werden.Wie die meisten Konkurrenten seiner Art glänzt das 1.349 Kilo (Leergewicht) schwere Seat-SUV durch seine hohe Sitzposition, einen großen Laderaum (510 bis 1.604 Liter) und in der Ausstattungsversion „Style“ durch eine elektrisch öffnende Heckklappe. Berganfahrassistent und elektronische Differenzialsperre gehören in der mittleren Version „Style“ ebenso zur serienmäßigen Ausstattung wie eine elektronische Parkbremse oder der sogenannte „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion.

Seat gestaltet die Ausstattungs-Politik bei seinem ersten SUV äußerst geschickt, um sich sowohl mögliche Seiteneinsteiger von Fremdfabrikaten oder auch SUV-Neulingen nicht zu „vergrätzen“, andererseits das Fahrzeug aber auch möglichst umfangreich in Sachen Komfort und individuellem Design noch nach oben aufzurüsten. So kommt es auch, dass der Preis für die Basisversion „Style“ mit dem handgeschalteten 150 PS Benziner bei 24.700 Euro liegt, unser Fahrzeug aber durch diverse Optionen auf einen Gesamtpreis von 34.405 Euro kam.
Die Botschaft ist klar: Wir lassen es bei der Einstiegsversion in punkto Sicherheit, Standardkomfort und chicer Optik an nichts fehlen. Wem indes der Sinn nach Höherwertigem steht, der kann sich durchaus im eigenen Regal bedienen. Beispielsweise mit einem Navi inklusive Seat Sound System oder dem sehr empfehlenswerten Fahrassistenz-Paket III. Selbiges beinhaltet für 730 Euro Fernlicht-, Spurhalte-, Auspark- und Toter-Winkel-Assistent).

Der Ateca ist für Freunde des Hauses, aber auch für markenoffene SUV-Freunde eine interessante zusätzliche Alternative. Der Fronttriebler kann dank Berganfahrassistent und Differenzialsperre (XDS) in dieser Jahreszeit durchaus auch etwas Wintervergnügen vermitteln, ist aber kein ausgesprochener Offroader. Der 1,4 Liter große Benziner braucht an langen Steigungen Drehmoment, aus dem „Keller heraus“ bekräftigt er indes willig und ohne Murren. Das Aggregat ist mit seinen 150 PS nicht gerade eine ausgesprochene Sparbüchse, bei antizipierender Fahrweise auf langen Strecken mit seiner Zylinderabschaltung aber eine moderate Antriebsquelle. Die Schauermärchen, die über den angeblich unzeitgemäßen Verbrauch im Umlauf sind, können wir jedenfalls nicht besttätigen.

Technische Daten Seat Ateca „Style“ 1.4 E Eco TSI

Ausführung: fünfsitziges SUV
Länge / Breite / Höhe: 4,36 / 1,84 / 1,60 Meter
Leergewicht: 1.349 Kilogramm
Motor: Vierzylinder
BenzinerLeistung: 150 PS
Hubraum: 1.396 ccm
Getriebe: manuelles Schaltgetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Gepäckraum-Volumen: 510 – 1.604 Liter
Basispreis: 24.700 Euro

Text und Fotos: Jürgen C. Braun