VLN: Speich-Team Dritter beim 6h unter schwierigen Bedingungen

Das war ein aufregender Samstagnachmittag für KÜS-Prüfingenieur Rudi Speich und seine Mannschaft beim fünften Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring.

„Das ist alles mit heißer Nadel gestrickt. Wir setzen das Auto heute zum ersten Mal ein. Gestern war das erste Rollout, da sind wir natürlich noch sehr skeptisch“, bekannte der für den MSC Sinzig startende Nordschleifen-Spezialist vor dem Start zum Höhepunkt der VLN-Langstreckenmeisterschaft, dem ROWE-6h-ADAC-Ruhrpokalrennen des MSC Ruhrblitz Bochum. 

Im Audi RS 3 LMS mit der Startnummer 310, auf dem neben Speich noch Roland Waschkau (Untereisesheim), Peter Muggianu (Geretsried) und der Schweizer Roger Vögeli saßen, hatte das Quartett von Beginn des Samstagmorgens an alle Hände voll zu tun. Bei strömenden Regen war das Zeit-Training schon keine einfache Angelegenheit. „Da wir das Auto heute zum ersten Mal einsetzen, haben wir auch noch kein ABS. Da ist es nicht so einfach, sich an die Bremspunkte zu gewöhnen. Das war dann schon sehr tricky mit den blockierenden Rädern“, analysierte Speich kurz vor Rennbeginn.

Angesichts der anhaltenden nassen Witterung ging das Quartett im Audi auch mit Regenreifen in die Startaufstellung, obwohl für den frühen Nachmittag trockene Verhältnisse angesagt worden waren. „Unser Ziel kann es nur sein, anzukommen und Rennkilometer abzuspulen“, lautete die Vorgabe. Zumal Speich den RS 3 LMS auch in Zukunft als Auto mit sogenannten „Pay-Drivern“ einsetzen will, also Piloten, die Geld für ihren Einsatz mitbringen.

„Ohne ABS war das zu Beginn bei diesen Verhältnissen mit den Regenreifen nicht einfach zu fahren. Unser Startfahrer Roland Waschkau verpasste dann auch beim Anbremsen einen Bremspunkt, setzte das Auto in die Leitplanke. Aber es waren nur Karosserieschäden, wir konnten weiterfahren.“ Danach, so Speich, „haben wir unsere Stints im Trockenen abgespult und sind letztendlich mit Rang 46 bei 145 gestarteten Fahrzeugen zufrieden. Dass am Ende dann noch Rang drei in unserer Klasse SP3 T heraussprang, war umso erfreulicher.

Der bekannte giftgrüne Audi TT, mit dem die Speich-Truppe ansonsten die Szene der VLN-Rennwagen bereichert, soll in diesem Jahr in der Langstreckenmeisterschaft aber auf jeden Fall noch eingesetzt werden. Der Motor sei komplett fertig, „Motor und Getriebe sind auf dem neuesten Stand”, so Speich. Lediglich an der Elektronik und an der gesamten Abstimmung müsse noch gearbeitet werden.

Da aber 2019 noch insgesamt vier Rennläufe in der VLN bis Ende Oktober ausstehen, haben Speich und seine Mannschaft auf jeden Fall noch Gelegenheit, den giftgrünen TT noch für zumindest ein Rennen fertigzustellen. „Wann wir fahren können, das hängt auch von den Teilen ab, die wir noch bestellt haben. Ich hoffe, dass wir in vier Wochen mehr sagen können. Wir wollen das Auto aber auf jeden Fall so früh wie möglich zeigen.“