Baja Poland: Mit-Favorit Holowzyc siegt auf Mini.

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Bereits zwei Wochen nach der Baja Hungaria trafen sich die schnellsten der Cross Country-Szene wieder. Diesmal anlässlich des 8. Laufs, der Baja Poland, die sich zwischen Szcecin, Dobra und Drawsko Pomorskie durch das durch Regen aufgeweichte Geläuf schlängelte. Very slippery, concentration, careful, speedy, meinte einer der großen Favoriten Nasser al Attyah auf dem brandschnellen Toyota Hilux, der zum Team von Toyota Overland gehörte, das gleich 5 Rallye-Fahrzeuge aufbot, um der X-raid-Macht der Mini All4 Racing zu trotzen. Marek Dabrowski zählte dazu ebenso wie Ten Brinke aus Holland, Adam Malysz aus Polen und Taddy Blazusiak, der polnische Enduro-Champion, der von 2 auf 4 Räder umstieg.

Es kam zum verbissen geführten Schlagabtausch aller Favoriten mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen: Krysztof Holowzyc, der diese Veranstaltung in den Vorjahren bereits gewonnen hatte, ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sein vorzeitiger Abschied bei der Baja Hungaria (Beifahrer wurde krank) nichts am Biss des sympathischen Rallye-Stars geändert hatte. Mit neuem Copilot Xavier Panseri (Frankreich), der überwiegend in Polen lebt, ging es munter voran bis ganz oben aufs Siegertreppchen. Adam Malysz auf dem Overland-Toyota belegte den direkten Platz dahinter, hatte aber schon 5 Minuten Rückstand. Und Martin Kaczmarski, der den Finnen T. Suominen auf dem heißen Sitz hat, durfte auf Platz 3 das Ergebnis der Mini-Driver sehr schön abrunden. Mit allerdings schon 10 Minuten Rückstand auf den Sieger. Ausgerechnet der im Weltcup Führende, Vladimir Vasilyev, auf dem hoch favorisierten Diesel-Mini, hatte kurz vor Ende der letzten Prüfung Pech, rutschte aus und kollidierte mit einem Baum. Das warf ihn dann gewaltig zurück und er wurde nur als 22. im Gesamtklassement gewertet, das heißt: null Punkte. Da aber auch der Zweite in der Tabelle, Nasser Al Attyah, auf dem Toyota Hilux, ohne Punkte blieb, gilt weiterhin das Ranking nach der Baja Hungaria. Eine noble Vorstellung im internationalen Concerto grosso gab der Deutsche Privatier Stephan Schott, der wieder mit Holm Schmidt auf Punktejagd für die Teamweltmeisterschaft im Auftrag von X-raid unterwegs ist: Ein 8. Rang war der Lohn für eine mutige und überlegte Fahrt. Aus dem Titelkampf ausgeschieden sein dürfte Yazeed Al Rajhi auf dem noch am Jahresanfang dominierenden Toyota V8 Hilux, der gar nicht erst am Start war.

56 Punkte Vorsprung für Vasilyev auf Al Attyah sind zwar ein ordentliches Polster, aber mindestens 2 Rennen stehen noch aus, eventuell auch deren drei. Die alten Kämpen und üblichen Verdächtigen der europäischen Topgarde reihten sich dann nahezu komplett in die Top-Ten ein.

Text: Frank Nüssel/CineMot

Bilder: Teams