Der Chef im (Renn)käfig: Hyundai schärft sportliches Markenprofil

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Der südkoreanische Autobauer Hyundai schärft derzeit mit Macht und Bedacht sein sportliches Profil. Am Nürburgring wird der Hersteller Mitte September ein neues, 5,5 Millionen schweres Testcenter einweihen. Zudem bereitet sich das Haus akribisch auf die Rückkehr in die Rallye-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr vor. Dort hatte Hyundai mit Ex-Europameister Armin Schwarz bereits einmal einen sehr prominenten Partner und Piloten am Volant.

Da passt es derzeit sehr gut, dass man auch in Europas größter und beliebtester Breitensport–Serie positive Schlagzeilen schreibt. Auf der Nordschleife des Nürburgrings werden alljährlich im Rahmen der VLN-Langstreckenmeisterschaft zehn Rennen ausgetragen, die im Allgemeinen über eine Distanz von vier Stunden ausgetragen werden. Mitunter gehen mehr als 150 Teilnehmende Teams dort auf die Strecke. Vom Privatier, der viel Geld und Herzblut in sein Hobby steckt, bis zu Fahrzeugen, über renn-optimierte Serienautos bis hin zu Profiteams mit direkter Werksunterstützung tummeln sich dort die GT und Tourenwagen auf der berühmten Eifel-Rennstrecke.

Höhepunkt war das über sechs Stunden andauernde Rennen am vergangenen Samstag, bei dem Hyundai gleich in doppelter Hinsicht für positive Schlagzeilen sorgte. Einmal war man mit einem Genesis V6 und einem Veloster Turbo im Gesamtergebnis wie auch in den Klassen sehr gut platziert, zudem ging auch der Rennsport-affine Deutschland-Chef der Marke, Markus Schrick, als Teammitglied mit bestem Beispiel voran. Das Quartett mit den beiden Brüdern Peter und Jürgen Schumann aus Saarbrücken (Präsident des Hyundai-Händlerverbandes), dem Luxemburger Bosi Brice und dem Bitburger Alexander Köppen kam unter 190 gestarteten Fahrzeugen auf Rang 39 in der Gesamtwertung und auf Platz sieben in der SP8 ein. Der Veloster Turbo mit Schrick im Team wurde bei seinem dritten Einsatz in der Klasse SP2T hinter dem Mini Cooper mit dem ehemaligen Essener Rennprofi Harald Grohs nach einer fulminanten Aufholjagd Zweiter.

„Motorsport ist neben dem Technologietransfer in die Serienproduktion ein wichtiges Instrument, um den Bekanntheitsgrad der Marke zu erhöhen, sie emotional zu besetzen und technische Kompetenz zu demonstrieren“, betont Schrick die Bedeutung des Motorsports für das Unternehmen. Das von ihm initiierte und Anfang des Jahres, mit dem Aufbau einer seriennahen Rennversion des Hyundai Veloster Turbo, gestartete Nordschleifen-Projekt stellt für Schrick eine gute Ergänzung zum Engagement in der Rallye-Weltmeisterschaft dar. Dort startet der Konzern ab 2014 mit einem Hyundai i20 WRC.

Motorsport auf der Rundstrecke wird – vor allem im Rahmenprogramm von Formel 1, DTM, ADAC GT Masters oder Truck-GP – sehr oft von schnellen Markenpokalen gekennzeichnet. Diese Rennen sind meist ein perfekter Sport für die Basis, geeignet auch als preisgünstiger Einstieg auf die Rundstrecke für junge Leute, die Spaß am Rennsport haben. In solchen Serien kann man sich viel Erfahrung für die weitere Entwicklung der eigenen Karriere holen.

Nach der positiven Resonanz auf die ersten Renneinsätze des 230 PS starken Veloster Turbo denkt man bei Hyundai offenbar ebenfalls über eine Ausweitung des Projektes nach: „Bei uns sind einige Nachfragen und Vorschläge zur weiteren Emotionalisierung der Marke eingegangen. Daher prüfen wir gerade, ob sich ein Markenpokal für Breitensportler und Nachwuchsrennfahrer mit dem Veloster oder einem anderen Modell unter Einbindung weiterer Händler umsetzen lässt“, erwägt Schrick die Initiierung eines eigenen Markenpokals.

Text: Jürgen C. Braun / Fotos: Hyundai

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