Buchtipp – Attila Hildmann: Vegan For Fun

Foto 1

Auf den Fotos sieht das alles herrlich ungesund aus. Ein Käsekuchen zum Beispiel, wie er amerikanischer nicht sein könnte – fetter Frischkäse statt klassischem Quark als Grundsubstanz. Oder: Spaghetti Carbonara, lecker, aber riskant zuzubereiten – wenn das Timing mit dem rohen Ei nicht exakt klappt, hat man eine schleimige Pampe statt cremiger Sauce zu den Nudeln.

Nur wird hier weder Frischkäse noch Ei verwendet. Hier kommt gar nichts, rein gar nichts Tierisches vor. Weswegen der Titel manchem unlogisch vorkommen mag: Vegan For Fun – müsste da nicht statt des for ein oder stehen? Viele – auch gute! – Kochbücher zur veganen Ernährung handeln davon, wie man welche konventionelle Zutat ersetzt und warum das Ersetzen sinnvoll ist. Und schon da scheiden sich die Geister, was denn nun wirklich gesund sein kann.

Attila Hildmann, mittlerweile so eine Art Popstar unter den – zumeist älteren – Promi-Köchen, geht einen anderen Weg. Er gibt den Überzeugungstäter, aber nicht den kulinarischen Moralisten. Er schwelgt auch ungehemmt in Kuchen und Pralinen, spart nicht an Würzmitteln, sondern gibt bisweilen Tipps zum Kostensparen bei einem Rezept. Er weiß von selbst, welche Zutat vielleicht etwas schwieriger zu beschaffen ist, und hilft auch da mit Hinweisen. Ein echter Praktiker, kein versponnener Küchenkünstler. Damit schafft er es tatsächlich, die Lust aufs Nachkochen zu wecken. Einfach weil man in den Käsekuchen auf dem Foto so schlecht beißen kann …

Attila Hildmann: Vegan For Fun. Becker Joest Volk Verlag; 24,99 Euro.

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