CD-Tipp – Nigel Kennedy: Recital

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Er hat ja kein Fettnäpfchen ausgelassen als junger Debütant. Aber wenn der junge Musiker mit der Punkerfrisur und Vorliebe für Four-Letter-Words Vivaldis Vier Jahreszeiten spielte, verzieh man ihm seine Extravaganz gerne, auch das konservative Publikum tat das.

Nigel Kennedy – Recital
Inzwischen ist er über 50, seine Unkonventionalität hat er sich bewahrt. Recital spannt einen Bogen von Johann Sebastian Bach zu Dave Brubeck und Fats Waller, dessen Werk dem Schüler Nigel seinerzeit den Weg zur Musik ebnete.

E-Musik-Puristen werden darob nicht in Ohnmnacht fallen, denn modernisierte Klassik kennt man schon von Ekseption, Raymond Lefévre oder Sky, um nur drei zu nennen. Bach alleine hätte er für zu schwer empfunden, sagt Kennedy selbst, weswegen er – gleichsam zur Auflockerung – Brubeck, Waller und auch Eigenkompositionen beiträgt, darunter ein neues Arrangement des brasilianischen Hits „Por do Sol“ von Ze Gomez und das irische Traditional „Out In The Ocean“. Ein Repertooire, mit dem ich entweder tatsächlich aufwuchs, oder zu dem ich mich so hingezogen fühle, dass ich es als Teil meiner musikalischen Früherziehung empfinde“, sagt Nigel Kennedy selbst. Und wir erleben den früheren Musiklehrerinnen-Schreck als ernsthaften, ambitionierten Künstler. Aber das wussten wir sowieso. Die weitere Bestätigung durch Recital macht trotzdem Freude.

Nigel Kennedy: Recital. Sony Classical

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