Kfz-Innung Berlin bildet Fachkräfte aus Peking aus

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Die Kfz-Innung Berlin feierte bei strahlendem Wetter bereits ihr 10. Sommerfest. In der Ausbildungsstätte im nahen Bernau diskutierten Hunderte Experten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und eben hauptstädtische Kfz-Vertreter über neue Herausforderungen in der Branche. Ein wichtiges Thema war die Kooperation mit Kfz-Mechanikern und Ausbildern aus dem fernen Peking. „Bisher weilten Hunderte Kfz-Mechaniker aus der chinesischen Metropole in unserem Bernauer Ausbildungszentrum“, berichtet Vize-Obermeister Hans-Joachim Gruhlich (Obermeister Thomas Lundt erfüllt sich gegenwärtig einen langersehnten Wunsch und durchquert mit einem Motorrad die USA).

Die jungen Chinesen lernen in Lehrgängen vor Ort, wie der praxisbezogene Unterricht abläuft. Die neuesten High-Tech-Systeme verlangen von ihnen ein hohes Maß an technischem Wissen. Nach Abschluss der zweiwöchigen Ausbildung erhalten die „Gäste“ ein Zertifikat. „Voller Stolz nehmen sie es entgegen. Mit dem Prädikat 'Made in Germany' reisen sie in ihre Heimat zurück und präsentieren es in ihren Werkstätten an herausragender Stelle, quasi als Aushängeschild an ihre Kundschaft: Seht her, wir sind exzellent qualifiziert“, erzählt Gruhlich. Dieses Zertifikat genießt in Peking allerhöchste Anerkennung und hat dort in etwa den Wert eines Kfz-Meisters in Deutschland. „Was es natürlich nicht ist! Aber die Anerkennung für deutsche Kfz-Ausbildung ist im Reich der Mitte enorm hoch“, betont der Vize-Obermeister gegenüber KÜS-Online. In den kommenden Tagen reisen wieder zwei Vertreter der Berliner Kfz-Innung nach Peking, um weitere Schritte der Kooperation zu sondieren. Die Besucher des Sommerfestes nutzten auch die Gelegenheit, sich das Ausbildungszentrum in einem Rundgang genauer anzuschauen. Die Lehrmeister begleiteten sie dabei und berichteten an verschiedenen Stationen, wie der Nachwuchs im dualen System ausgebildet wird. Momentan sind in der Bundesmetropole insgesamt 1.941 Auszubildende eingeschrieben. Das Berliner Kfz-Gewerbe gehört damit zu den größten Ausbildern in der Spreestadt und sichert damit die Fachkräfte von morgen. Vor wenigen Wochen wurden 160 Lehrlinge nach erfolgreichen Prüfungen „freigesprochen“.

Die Ausbildungsstätte in Bernau besteht seit 2004. Seitdem ist sie ein Garant für hohe Qualitätsstandards in der Aus- und Weiterbildung. Die Anforderungen des Kfz-Gewerbes steigen stetig mit der automobilen Technologie. Die Lehrlinge finden dort die besten Voraussetzungen für den künftigen Beruf. Das Zentrum ist so großzügig angelegt, das dort 150 Auszubildende gleichzeitig unterrichtet werden können. Nach wie vor gilt: Berufe rund ums Automobil gehören der Zukunft.

Wer weiß, vielleicht feiern beim 11. Sommerfest schon junge Chinesen mit?

Text und Fotos: Erwin Halentz

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