24h-Rennen: Demonstration des Könnensvon Timo Bernhard und Rudi Speich

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Regen, Nebel, Abbruch, neuneinhalbstündige Pause, Neustart – die 41. Ausgabe des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring verlangte am Pfingst-Wochenende auch KÜS-Botschafter Timo Bernhard und KÜS-Prüfingenieur Rudi Speich alles ab. Nach teilweise dramatischem Rennverlauf aber durften sowohl der Porsche-Werksfahrer aus dem pfälzischen Bruchmühlbach wie auch der Prüfingenieur aus Linz am Rhein ein zufrieden stellendes persönliches Fazit ziehen.

Timo Bernhard schaffte es im Manthey-Porsche mal wieder unter die „Top Ten“. Bei äußerst wechselhaften Bedingungen siegte der bestplatzierte Porsche, ein 911 GT3 RSR des Teams Manthey Racing mit KÜS-Botschafter Timo Bernhard sowie dem Franzosen Romain Dumas, Marc Lieb (Ludwigsburg) und Lucas Luhr (Ermatingen) in der Klasse SP7 und landete auf der siebten Gesamt-Position. Als am späten Sonntagabend der Regen einsetzte, lag der 911 GT3 RSR von Bernhard/Dumas/Lieb/Luhr sogar auf Position zwei. Um 8:20 Uhr am Montagmorgen wurde das Rennen bei nachlassendem Regen neu gestartet.

„Leider hatten wir in dieser Phase nur wenig Glück mit der Reifenwahl. Es ist schneller abgetrocknet, als wir es erwartet hatten“, beschreibt Timo Bernhard seinen ersten Stint nach Wiederaufnahme des Rennens. Letztlich landete das Erfolgsquartett mit dem 911 GT3 RSR von Manthey Racing auf Position sieben und war gleichzeitig das bestplatzierte Auto in der Klasse SP7. „Mit etwas mehr Glück hätten wir etwas weiter vorne landen können, aber ein Sieg war bei diesen Witterungsbedingungen für uns in diesem Jahr leider nicht möglich“, meinte Bernhard.

Besonders dramatisch verlief das Rennen vor offiziell 210.000 Zuschauern für Rudi Speich, der im Audi TT unter 137 gewerteten Teams auf Rang 40 einkam und Dritter von 14 Bewerbern in der Klasse SP 3T wurde. Nach einem grandiosen Nachttraining, das man als Klassenzweiter hinter dem Subaru-Werksauto abschloss, ging das Trio Rudi Speich/Roland Waschkau und Jörg Kirsten von Position 48 aus ins Rennen. „Leider hatten wir uns durch unsere Wetter-Apps beeinflussen lassen und bei der Reifenwahl mit unseren Regenreifen völlig falsch gelegen. Ich fuhr schon nach der ersten Runde an die Box, um Slicks aufziehen zu lassen, musste dort aber warten, bis die dritte Startgruppe das Rennen aufgenommen hatte. Ich fuhr dann als Allerletzter wieder auf die Strecke“, schilderte Rudi Speich kues.de den nicht eben optimalen Rennbeginn.

Nachdem Speich sich sukzessive mit soliden Rundenzeiten bis auf Rang 80 vorgearbeitet hatte, fiel dann auch noch der Scheibenwischer im strömenden Regen aus. Zudem verlor der Audi an Motorleistung und man vermutete einen Schaden an der Antriebswelle. Fahrer Jörg Kirsten hing sogar schon am Haken des Abschleppwagens. Doch mit einem Zündungs-Reset konnte das Problem letztendlich per „Ferndiagnose“ behoben werden und Kirsten widersetzte sich den Abschlepp-Leuten mit Erfolg. „Der Jörg stand so lange auf der Bremse, bis ihn die Helfer wieder abgemacht haben und weiter fahren ließen“, erzählte Rudi Speich einen Tag nach dem ereignisreichen Rennen.

„Mehr war für uns nicht zu erwarten gewesen. Ausschlaggebend für unsere sehr gute Platzierung war letztendlich die fahrerische Leistung. Noch weiter vorn landen hätten wir nur dann können, wenn Konkurrenten ausgefallen wären und das wünscht man natürlich niemandem“, resümierte Rudi Speich, der einen Tag nach dem Rennen schon wieder als KÜS-Prüfingenieur in der Prüfhalle stand.

Text: Jürgen C. Braun
Fotos: Oliver Kleinz