Buchtipp der Woche

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John Kennedy Toole: Die Verschwörung der Idioten. Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv); 9,95 Euro.

Manche Buchtitel schaffen es zum geflügelten Wort. Dieser gehört dazu. Der Intellektuelle Ignaz, von außen skurril, innen an den Realitäten der Welt verzweifelnd, ist schon sowas wie eine Sagengestalt. Wo er auftaucht, gibt's Probleme. Man kann sich beim Lesen aber schon fragen, worin diese begründet sind. Ignaz ist nicht automatisch an allen Irrungen und Wirrungen die Schuld zuzuschreiben, nur weil's ob seiner Erscheinung verlockend ist.

Die Verschwörung der Idioten gibt es jetzt in einer Neuausgabe. Zu den Eigenheiten früherer Ausgaben gehörte es auch, Grabenkriege zwischen rivalisierenden studentischen Fakultäten zu überwinden, etwa Naturwissenschaften vs. Geisteswissenschaften.

Erinnert sei auch an die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte dieses Buches: John Kennedy Toole, 1937 in New Orleans geboren, schrieb den Roman während seines Militärdienstes in Puerto Rico. Er fand keinen Verleger, die vergebliche Suche entmutigte ihn. 1969 beging er Selbstmord. Erst Elf Jahre später veröffentlichte ein kleiner wissenschaftlicher Verlag das Manuskript. Er gab damit dem Drängen von Tooles Mutter nach. Deren Hartnäckigkeit erfuhr 1981 eine ganz besondere Würdigung. Für sein Werk wurde John Kennedy Toole 1981 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

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