Test-Tour: Mitsubishi Space Star

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Mit dem gänzlich neu entwickelten Space Star sieht Mitsubishi so gute Chancen am Markt, dass in der hiesigen Konzernzentrale für das laufende Jahr noch 7000 Neuzulassungen angepeilt und erwartet werden. Für 2014 spricht man sogar von deren 10.000 Exemplaren. Sicherlich zu Recht, zumal der Vorgänger Colt zum Einen 5 Generationen lang gebaut wurde und für ein gutes Image im Kleinwagensegment sorgte, zum Anderen aber den modernen Design- und Technikansprüchen nicht mehr so ganz zu genügen schien. Es war also höchste Zeit bei Mitsubishi, im boomenden Segment kräftig und innovativ nachzulegen. Folglich hat der japanische Konzern wohl erstmal alles richtig gemacht, abgesehen von der Tatsache, dass der Neuling wieder einmal, wie schon so manches seiner größeren Geschwister, reichlich spät hier Einzug hält. Die Konkurrenz war schneller und vor allem mit dem Opel Adam ist da ein Gegner herangeflogen, dessen Beliebtheit tagtäglich zunimmt. Weg also von der leicht kubisch-kantigen Formensprache des letzten Colt und hin zum kurvenreichen, stark gerundeten, etwas arg modernistischen Space Star, der gerade im Front- und Heckbereich etwas overstylt wirkt. Nun: de gustibus non est disputandum sagte der Lateiner und meinte damit, dass über Geschmacksfragen nicht zu diskutieren sei. Also: abgehakt, zumal das Wägelchen durchaus appetitlich anzuschauen ist.

Während dem Colt noch ein Dieseltriebling als Alternative zum Benziner beigesellt wurde, wartet der neue Space Star mit (derzeit) noch minimalistischem Motorenangebot auf: ein 1-Liter-Dreizylinder mit 71 und ein 1,2-Liter Dreizylinder mit 80 PS stehen zur Disposition. Akustisch lebendig und vernehmbar sind beide, zumal sie ihre gar nicht unflotte Leistung aus der Drehzahl schöpfen (müssen). Dass im Fahrbetrieb da der etwas stärkere Motor für sich die besseren Karten in Anspruch nimmt, muss nicht überraschen. Der kleinere Motor ist für Kurz- und Nahstrecken völlig ausreichend, der größere hingegen mutiert bereits in Rechtung ausgedehnte Mittelstrecke. Geht es in die Berge, haben beide mit dem etwas kargen Drehmoment zu kämpfen, vor allem, wenn die Nutzlast ausgeschöpft wird. Soll heißen: Mitsubishi sollte durchaus auch eine Diesel-Alternative ins Auge fassen, um das Drehmoment-Defizit auf angenehme Weise auszugleichen.

Das Fahrwerk dieser neuen Modellreihe ist über alle Kritik erhaben, schließt es doch schnell Freundschaft mit den Insassen. Mitsubishi hat da mal wieder einen guten Griff bei der Abstimmung der Federraten und Dämpferkennlinien getan. Das Ganze setzt sich fort im Fahrzeuginneren, wo gut geformte und geschickt gepolsterte Sitze allzeit für Wohlbehagen der Insassen sorgen. Insgesamt darf auch die Qualität der Verarbeitung und der Materialien als mustergültig bezeichnet werden, Mitsubishi- typisch also.

Das 5-Gang-Getriebe lässt sich kurz und präzise schalten, für Automatik-Freunde hält man noch ein elektronisch gesteuertes CVT-Getriebe bereit, das der gängigen Vorstellung einer Halbautomatik entspricht, sich aber im Tagesgeschäft als komfortabel erweist. Die etwas höher angelegte Ladekante zum Kofferraum ist der hohen Karosseriesteifigkeit geschuldet, die ja vor allem bei Kleinwagen ehedem ein Problem darstellte. Der im brandneuen thailändischen Werk (2012 eröffnet nur für dieses Modell!)) gebaute Space Star wird wohl das Gesicht in der Menge bei den neuen Kleinwagen werden, ein rundum sympathisches Gefährt, das sich preisgünstig anschaffen (ab Euro 8.99o.-) und kostenhuman betreiben lässt.

Test, Text und Bilder:Frank Nüssel /CineMot

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