Test-Tour: Nissan Evalia (1.5 dci 110)

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Größere Familien, die ein ebenso geräumiges, wie praktisches, aber auch kostengünstiges Fahrzeug haben möchten, müssen sich beim Angebot bescheiden. Da gibt es natürlich jede Menge Großraumlimousinen/Vans quer, aber die sind in der Regel weder als Neufahrzeuge noch als gute Gebrauchte eine akzeptable Lösung für Familien mit einem schmalen Budget. Doch es gibt auch Fahrzeuge, die als Mehrsitzer vernünftig ausgestattet sind, einen hohen Sicherheitsstandard haben und eine variable Innenraumgestaltung aufweisen.

Die Franzosen gehören dazu mit dem Citroën Jumpy als Kombi oder auch Peugeot mit dem Partner Teepee. Volkswagen bietet den Caddy n einer familiengerechten Variante an, die sich Caddy Maxi nennt. Weniger bekannt, weil im Alltagsbild erheblich unterrepräsentiert, ist der Evalia von Nissan. Der japanische Hersteller bietet ihn als Van mit bis zu sieben Sitzen an. Wir fuhren den Nissan Evalia mit dem 110 PS starken 1,5-Liter-Dieselmotor.
Der Nisan Evalia ist eine gelungene Mischung aus alltagstauglichem, großräumigem Fahrzeug für eine Familie mit mehreren Kindern, die sich auch noch ein angemessenes Freizeit-Vergnügen mit diesem Fahrzeug erfüllen möchte. Der Evalia verzeiht auch schon einmal den „Überfall“ einer Rasselbande, weil er kein übertriebenes Komfort-Fahrzeug ist, sondern sich schlicht als Familienfreund versteht, der mit allen nötigen Serienausstattungen aufwartet, aber nicht mit Komfortdetails überfrachtet ist. Auch, wenn unser Fahrzeug mit der sogenannten „Premium“-Variante ausgestattet war.

Die Innenraum-Verarbeitung ist ordentlich, auch wenn die verwendeten Kunststoffe etwas schlicht sind. Aber sie sind dem Preis angemessen und vor allem funktionsgerecht. Kurzum: Das Interieur hält – auf Deutsch gesagt – einiges aus. Bis zu 100 Kilo Zuladung sind auf dem Dach erlaubt, zudem ist ein vollwertiges Reserverad vorhanden. Die Kopfstützen lassen sich fast vollständig versenken. Insgesamt stehen im Evalia sechs vollwertige Sitze und ein so genannter „Notsitz“ in der mittleren Sitzreihe zur Verfügung.Der Evalia ist kein Design-Wunder, eher ein mobiler Kasten. Lobenswert die serienmäßige Rückfahrkamera, für die man beim Rangieren dankbar ist. Der Einstieg ist leicht, die Türen öffnen sehr weit. Ein paar Haltegriffe an der A- und/oder B-Säule wären für ein Fahrzeug dieser Zielvorrichtung hilfreich. Klappt man die mittleren Sitze um (was etwas mühselig war), gelangt man in die dritte Sitzreihe, die nicht nur Kindern eine ausreichende und bequeme Mitfahrgelegenheit bietet.

Üppig ist der Laderaum des Evalia, was viele Väter und Mütter gerne hören werden. Klappt man die hinteren Sitze hoch, ergibt sich ein Laderaumvolumen von 890 Liter. Wird auch die asymmetrisch teilbare mittlere Sitzreihe umgeklappt, vergrößert sich der Stauraum auf 1465. Liter. Ist man auf volle Bestuhlung angewiesen, bleiben immer noch 280 Liter für allerlei Krimskram übrig. Wichtig für Familien: Auf der mittleren Sitzreihe gibt es für die äußeren Sitze Isofix-Halterungen. Kindersitze können auch mit den Gurten befestigt werden.

Mit dem recht kleinen Turbodiesel, der 110 PS und 240 Newtonmeter auf die Kurbelwelle stemmt, sind vernünftige Fahrleistungen möglich. Die Laufkultur ist zwar etwas rau, das Fahrwerk straff, aber auch das ist mit mehreren Personen an Bord eher ein Pluspunkt als eine schwammige „Badewanne“. Wir ermittelten einen Verbrauch von 6,2 Litern Dieselkraftstoff auf 100 Kilometer. Das mag sicherlich etwas mehr werden, wenn der Wagen größtenteils von der kompletten Familie genutzt wird. ABS und ESP sind serienmäßig. Auch Front-, vordere Seiten- und Kopfairbags gehören zur Serienausstattung.

Den Nissan Evalia mit dem 1.5 Liter großen Turbodiesel und 110 PS gibt es ab 21.870 Euro. Selbst voll ausgestattet mit dritter Sitzreihe und Navigationssystem bleibt er noch unter 24.000 Euro.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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