Peugeots Allradautos: Von wegen “Croissant mit Leberwurst”

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Wer an Fahrzeuge mit Allradantrieben denkt, der hat wohl eher Hersteller wie den japanischen Spezialisten Subaru, Audi als Vorreiter der Quattro-Philosophie, Land Rover oder mächtige SUV’s und reine Offroader deutscher Premium-Hersteller oder auch aus Asien vor seinem geistigen Auge. Aber Allrad und Peugeot? Eine Kombination, die womöglich Assoziationen an Croissant mit Leberwurst weckt. Immerhin gilt Peugeot vornehmlich als Verfechter und Veredler chicer Coupé-Cabrios, als kompetenter Anbieter Diesel-getriebener Kompaktfahrzeuge und manchmal auch als Vorreiter in Sachen innovativer Techniken. So wie beim Diesel-Partikel-Filter, dessen „mobile Sozialisierung“ damals die träge deutsche Auto-Industrie gewaltig in die – um es einmal bewusst französisch zu formulieren – Bredouille brachte.

Und doch: Auch Peugeot ist auf dem Gebiet allradgetriebener Fahrzeuge nicht untätig geblieben. Großen Image-Gewinn hat der Konzern PSA allerdings bisher noch nicht daraus geschlagen. Doch da die Allrad-Szene boomt, 4X4-Antriebe längst nicht mehr nur in Hardcore-Offroadern eingesetzt, oder von Angehörigen grüner Försterliesel-Romantik gefahren werden, bietet auch die Löwenmarke inzwischen Fahrzeuge an, die über beide Achsen angetrieben werden. Und sie rüstet diese zudem noch mit konventioneller Antriebstechnik oder mit einem dualen Prinzip, nämlich einem Hybridmotor, aus. Mittlerweile hat Peugeot drei Baureihen (vier Fahrzeugmodelle) im Programm, die in diesen Bereich fallen.Japanische Wurzeln hat der 4008. Der Kompaktvan wird von Mitsubishi unter der Modellbezeichnung ASX vertrieben. Der 4008 ist mit einem konventionellen Allradantrieb versehen. Im Normalfall wird nämlich lediglich die Vorderachse und erst bei vorhandenem Traktionsbedarf auch die zweite Achse angetrieben. Wahlweise stehen zwei Diesel-Aggregate zur Verfügung: ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 114 PS und ein größeres 1,8-Liter-Triebwerk das 150 PS generiert. Ab 31.790 Euro stehen die Modelle in den Showrooms der Händler.Der kleinere 3008 steht bei Peugeot nicht nur für Allradtechnik, sondern verbindet diese auch noch mit dem hauseigenen Mut und Forschungsdrang, in Sachen Motorisierung eigene Wege einzuschlagen. Peugeot gebührt die Rolle des Vorreiters, bei der Hybrid-Technik einen Dieselmotor und einen Elektromotor als Antriebsquelle zu nutzen. Davor haben sich andere Hersteller bisher gescheut. Denn sowohl der Selbstzünder als auch das Hybridmodul gehören nicht gerade in die Kategorie „low budget“. Im „Fall für zwei“ entstehen beim 3008 durch die 167 PS des Zweiliter-Diesels und der 37 PS des E-Motors beachtliche Wirkungsgrade unter der Haube.

Allerdings treibt der Elektro-Antrieb nur die Hinterräder an. Erst wenn die Elektronik-Steuerung signalisiert, dass auf der Vorderachse die Traktion ziemlich „den Bach runter geht“, greift der Elektromotor unterstützend mit ein. Peugeot gibt 3,1 Liter Diesel Verbrauch auf 100 Kilometer an. Die Preisliste für dieses Modell beginnt bei 34.150 Euro.Technisch identisch, also Dieselhybrid mit zwei aufeinander reagierenden Antriebssystemen, ist der Peugeot 508 Hybrid 4. Die klassische Stufenheck-Limousine ist eher etwas für Freunde unauffälligen, Vorwärtskommens im Straßenverkehr. Dagegen soll die technisch identische Kombi-Variante mit der Bezeichnung RXH jene Klientel zufrieden stellen, die es nach etwas Offroad-Optik und einem kleinen Hauch von Abenteuer am Outfit ihres Fahrzeugs dürstet. Für beide Modelle gibt Peugeot 3,6 ( 4,1) Liter Diesel auf 100 Kilometer an. Die Preise: beginnen bei 38.850 Euro für die 508-Limousine, und bei 41.900 Euro für den RXH.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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