Retten, bergen, löschen: Automobile Konzepte

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Es gibt eine stattliche Reihe von Dienstleistungs-Unternehmen, deren Aufgaben grenzwertig, aufwändig und auch gefährlich sind. Das sind jene Helfer, die bei Unfällen und Katastrophen gerufen werden: von der Bergwacht bis zur Feuerwehr. Auch hier kommt, ähnlich wie im Automobilbau, inzwischen Hochtechnologie zum Einsatz. Denn nur Experten können damit richtig und effektiv umgehen. So zeigte ein kleiner aber feiner Event im Messe-Freigelände von pro-log in Bad Kissingen, was der Ist-Stand alles offeriert. Überwiegend eine Demonstration für Insider, natürlich, denn das Gros der Besucher bestand aus Feuerwehrleuten.

Solange die Fahrzeuge auf Asphalt zum Einsatzort kommen können, gibt es kaum Probleme. Die fangen vor allem an, wenn der Unfallort abseits befestigter Zufahrtswege liegt: Sand, tiefer Matsch, Wasserdurchfahrten, Geröll und andere Widrigkeiten müssen dann bezwungen werden. Idealerweise werden für diese Einsätze Allradfahrzeuge eingesetzt. Vom Großen Löschfahrzeug über die Kasten- und Pritschenwagen bis zu den fast-alles-Könnern, den Pickups. Gar noch darunter angesiedelt sind die Quads und ATV's, deren Wendigkeit im Gelände unübertroffen ist.

So hat sich um diese Sonderfahrzeuge herum eine gute Handvoll Experten aus Praxis und Technik geschart, die Erstaunliches zeigten: CS zum Beispiel hat einen VW Amarok zum schnellen Rettungshelfer aufgebaut, der mit genügend Löschmaterial bereits Entstehungsbrände wirksam bekämpft. Um ganz nah und blitzschnell an eine Feuerursache zu kommen, baut die gleiche Firma ein bärenstarkes Basis-ATV (All Terrain Vehicle) von CanAm zum Löschfahrzeug um, das aus 100 Litern Wasser gar bis 1.200 Liter Löschschaum produzieren kann. Die wohl nächste Evolutionsstufe wird sein, diese ATV's gar RC-ferngesteuert zum Einsatzort zu dirigieren. Auch ein Elektro-ATV ist bereits im Angebot.

Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover bestückt den entsprechenden Markt mit Allrad getriebenen Modellen der Crafter- und Amarok-Familien, wobei der Pickup von Peter Seikel entsprechend auf schweres Geläuf modifiziert wird. Die Erfahrungswerte sammelte er während mehrerer Einsätze anlässlich der Dakar-Rallye in Südamerika. Die sind dann auch höher gelegt, verfügen über stabilen Unterfahrschutz. Von WAS-Technik war ein ATV zu sehen, das sogar Treppen befahren konnte. Und BMT aus Holland zeigte, wie weit heute die digitale Steuerung von Druck und Menge des Löschmittels sowie der Schneidwerkzeuge (Akkubetrieben!) fortgeschritten ist: Quasi mit einer Hand und wenigen Griffen ist das schon zu machen. Seilwinden an Quads und ATV's ergänzen die Einsatzmöglichkeiten.

Die heutige Berge- und Lösch-Philosophie lautet: möglichst schnell, nah und wirksam an die Quelle des Geschehens zu kommen. Dass auch der Tiroler Allrad-Spezialist Achleitner mit von der Partie war, überrascht nicht, denn er baut auf der Mercedes-Sprinter-Basis Allrad-Fahrzeuge für nahezu jeden Belang im Freizeit- und Rettungsbereich.

Der Stand heutiger Rettungs- und Bergetechniken ist enorm hoch, aber auch teuer. Dafür wiederum ist die Effizienz der Einsätze stark gestiegen: Waldbrände an allen Ecken des Globus können nicht nur von den (zu) wenigen Löschflugzeugen bekämpft werden sondern immer mehr von Spezialfahrzeugen, wie sie bei dieser Veranstaltung gezeigt und demonstriert wurden.

Text und Fotos: Frank Nüssel/CineMot

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