Buchtipp der Woche

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Gabi Kopp: Das Istanbul Kochbuch. Verlag Jacoby und Stuart; 19,95 Euro.

Seltsam. Da ist so viel von Globalisierung die Rede, auch der kulinarischen, und trotzdem wirkt's oftmals stereotyp: Beim Italiener isst man Pizza und Pasta, beim Griechen Gyros, beim Chinesen süßsaures Schweinefleisch und beim Türken ein Kebab. Oft genug vermitteln Restaurants genau dieses Bild, vielleicht sogar auf Wunsch der meisten Gäste. Wer Glück hat, darf jemandem in die Töpfe gucken, der die Landesküche, die originale, beherrscht – oder kennt ein Restaurant, das sich vom beschriebenen Mainstream unterscheidet. Oder man greift zu einem Kochbuch wie diesem.

Hier hat die Autorin den kulinarisch versierten Menschen wirklich zugeschaut – und zugehört. Weswegen ihr Buch von Gerichten und Geschichten handelt, beides ebenso lesenswert wie das Betrachten der Illustrationen Vergnügen macht. Da erfährt man, warum ein mit Joghurt gefülltes Brot eine Menge Arbeit ist, die beim Zubereiten schon mal den ein oder anderen Stoßseufzer provoziert. Und dass die türkische Küche nicht nur Kebab und Lahmacun meint – womit nichts gegen beides gesagt sein soll! Neben Minze spielen ganz verschiedene Zutaten eine Rolle, für die man gut und gerne einen Spezialladen aufsuchen muss (keine Angst, man muss nicht im Zickzackkurs durch eine ganze Stadt laufen, bis man alles für ein Gericht beisammen hat), man lernt sogar, wie das türkische Fladenbrot gebacken wird (jenes, das sich im Restaurant wie von selbst wegzufuttern scheint). Und man bekommt einen charmanten Überblick über allerlei Vielfalt weit über die Grenzen des puren Kebab hinaus.

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