Dakar 2012: Bilanz und Überraschungen

Beitragsbild
Foto 1
Foto 2
Foto 3
Foto 4

Bereits vor dem Start der diesjährigen Südamerika-Dakar wurde eine satte Hand voll Teams als Favoriten auf den Gesamtsieg gehandelt. Der geballten Streitmacht des deutschen X-raid-Teams mit 5 Minis und 3 BMW's X3 CC standen zwei Toyota Hilux des südafrikanischen Imperial-Teams, zwei HUMMER aus USA und eine stattliche Flotte top vorbereiteter Privatiers gegenüber. Favorit Stéphane Peterhansel kam seinen Aufgaben dabei am besten nach und gewann recht souverän; Teamkollege Nani Roma, ebenfalls auf einem Mini, wurde Zweiter. Dass de Villiers/von Zitzewitz auf dem V8-Hilux gleich von Anfang mit im Concerto grosso aufspielten, war zu erwarten, obwohl das Fahrzeug erst 3 Wochen vor dem Start ausgetestet war.( Beide nennen sich im Übrigen wegen ihrer komplizierten Namen nur Ginnie and Schnietz.) Immerhin hatte der Südafrikaner 2009 die Dakar hier schon einmal gewonnen. Robby Gordon und Nasser al Attiyah auf den mächtigen, aber nach anderen Regeln aufgebauten US-Hummern ließen es gleich zu Anfang derart krachen, dass Gordon seinen Kollegen heftig zur Ordnung rufen musste. Das wiederholte sich mehrfach. Und nützte schlussendlich auch nicht: der Qatari musste nach Wechselbädern aus Tagessiegen und Pannen in der 9. Etappe aufgeben. Gordon hetzte die Mini-Meute, machte Tagessiege und übertrieb es einfach bis zum Überschlag. Sein 5. Platz darf als Enttäuschung betrachtet werden. Wer allerdings ohne Messer zwischen den Zähnen, dafür aber überlegt und dennoch schnell fuhr, hatte gute Chancen, nach vorne zu kommen. Das nutzten dann die beiden Argentinier Alvarez/Graue auf einem Overdrive-Toyota-Hilux, die sich einen fabelhaften 6. Platz gutschreiben lassen durften. Schon einen Platz hinter ihnen lief Carlos Sousa ein, langjähriger Ex-Mitsubishi-Pilot, Dakar- Routinier, auf einem etwas ungewöhnlichen Gefährt: einem Halva des chinesischen Autobauers Great Wall. Im Übrigen eine täuschend ähnliche Variante der BMW's des X-Raid-Teams! Eine Premiere zudem. Und dass der niederländische Privatier Ten Brinke als Dakar-Debütant auf seinem nicht mehr ganz taufrischen Mitsubishi Race-Lancer den 9. Platz belegte, zeigte, wie stark heuer die Privaten waren. Es war eindeutig mehr Colorit 2012 in der Veranstaltung, schöne, starke, schnelle und originelle Fahrzeuge miteinander fightend. Kein Werksteam, das mit annähernd 50 Millionen Euro die Veranstaltung platt fuhr und die Spannung herausnahm. Und: von 171 gestarteten Pkw-Teilnehmerteams kamen nur 78 in Wertung an. Ein Indiz dafür, wie schwer die Dakar 2012 wirklich war. Nächstes Jahr ist angedacht, die Dakar in Lima, der Hauptsstadt Perus starten zu lassen und sie bis ans südliche Ende Chiles zu führen. Noch mehr Sanddünen, aber weniger flache Vollgas-Strecken. Das kann spannend werden!

Text: Frank Nüssel/ CineMotBilder: Teams

Nach oben scrollen