Niki Schelle: Der Mann hinter der nächsten Suzuki-Familie

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Dass sich Automobil-Hersteller nicht nur bei der Außendarstellung des Hauses, sondern auch bei der Entwicklung neuer Serienprodukte oft bei sogenannten „Promis“ bedienen und diese in den Planungs- und Fertigungsprozess mit einbeziehen, ist schon seit Jahren gang und gäbe. Denn wer könnte bessere Tipps und Anregungen geben, als jemand, dessen Hauptberuf es ist, ständig Fahrzeuge am Limit zu bewegen und quasi in das Innere eines Motors hinein zu horchen oder die „Mucken“ eines Fahrwerks zu bewerten.

Der Beispiele gäbe es Genüge. Formel-1-Rekord-Weltmeister Michael Schumacher war ein solcher Impulsgeber für das Haus Ferrari, nachdem er seine Karriere (vorerst zumindest) beendet hatte und dann bei Mercedes noch einmal eine neue Herausforderung suchte. Oder Walter Röhrl: Der zweifache Rallye-Weltmeister und ehemalige „Monte“-Sieger wird im März nächsten Jahres 65. Aber der lange Regensburger hat noch immer ein so sensibles „Füßchen“ und einen riesigen Erfahrungsschatz, dass das Haus Porsche auf seinen prominentesten Botschafter bei der Entwicklung neuer Fahrzeuge nicht verzichten möchte. So wie etwa jetzt beim neuen 911er.

Ähnlich macht es auch der asiatische Allrad- und Kompaktwagenspezialist Suzuki. Die Japaner haben seit vielen Jahren in dem ehemaligen Rallyeprofi Niki Schelle einen exzellenten Mann für den professionellen Ausbau ihrer Modellpalette gefunden. Der 45-jährige Bayer ist als jahrelanger Teilnehmer an der Rallye-Weltmeisterschaft nicht nur ein begnadeter Mann hinter dem Volant, sondern als Kfz-Mechaniker-Meister auch noch ein Mann vom Fach, dem niemand etwas vormachen kann. „Da kann ich meine ganze Erfahrung als Rallyepilot, aber auch als Schrauber und Meister miteinander in Einklang bringen“, sieht der in der Nähe des bayerischen Oberammergau wohnende Schelle die Vorzüge dieser Verbindung.

Suzuki weiß, was es an dem ebenso kooperativen wie kompetenten Mann hat, der die Farben des Hauses in vielen WM-Läufen rund um den Erdball glänzend vertreten hat. Als „chief instructor“ des Allrad-Spezialisten zeigte Schelle vor kurzem noch einmal bei einem Schnee-Event im österreichischen Obertauern, wie man Serienfahrzeuge am Limit bewegt, aber auch wie man kleinste Details erkennt, die man für die nächste Generation eines Modells noch verbessern kann.

Zu Beginn des vergangenen Jahrzehntes war Schelle nicht nur als Pilot, sondern auch als Entwickler und Testfahrer in den Werdegang des Suzuki Ignis Super 1600 stark eingebunden. Suzukis Marketing-Strategie spricht seit langem in erster Linie junge Leute, die Spaß am flotten fahren mit bezahlbaren, aber sicheren Autos haben, an. Dafür ist der sportlich ambitionierte zweifache Vater (ein Sohn, eine Tochter) der ideale Ansprechpartner. Einer, der weiß wovon er spricht. Eben weil er seine theoretischen und praktischen Kenntnisse als Meister mit denen eines Rennfahrers perfekt kombinieren kann.

Deswegen werden auch die neuen Modelle aus dem Haus Suzuki in den nächsten Jahren deutlich die „Handschrift“ von Niki Schelle als Testfahrer und Entwickler tragen.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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