Berlin: Der Ku’damm und die Oldie-Party

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Auf dem Berliner Ku'damm in der West-City ist immer etwas los. Am vergangenen Wochenende gab es auf dem Prachtboulevard noch einen drauf. Mehr als eine Million Menschen ließen sich ein Spektakel der „besonderen Art“ nicht nehmen und feierten gleich zwei Jubiläen: 125 Jahre Ku’damm und 125 Jahre Automobil. Den Besuchern aus dem In- und Ausland wurden zum Oldtimertreffen weit mehr als 1.000 Edel-Karossen aus den 20er bis 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im wahrsten Sinne des Wortes präsentiert.

Vom schnittigen Sportwagen, über den US-amerikanischen Super-Schlitten bis zum ausrangierten Wasserwerfer der Berliner Polizei war auf einer zwei Kilometer langen Ausstellungsfläche alles zu sehen. Modelle aus neun Ländern, unter anderem aus den USA, Großbritannien und Russland, stellten sich dem aufgeregten Publikum. Einige der Auto-Perlen sind mehrere hunderttausend Euro wert und meist ausgesprochene Liebhaberstücke, also unverkäuflich. Nicht wenige von ihnen bestritten Autorennen und überfuhren seinerzeit als erste die Ziellinie. Einer aber stahl den anderen die Show: Der Originalpatentwagen von Mercedes-Benz aus dem Jahr 1886.

Die Zaun-, pardon, Straßengäste nahmen auf der Auto-Gala die einzelnen Entwicklungsstadien der Automobilgeschichte in Augenschein und verglichen die Fahrzeuge von gestern mit den heutigen. Aber auch historische Motorräder, Busse und sogar Traktoren waren vom Millionen-Publikum – egal, ob jung oder nicht mehr ganz so jung – zu bewundern.

Eine hochkarätig besetzte Jury kürte die originalgetreuesten Modelle in verschiedenen Kategorien mit Pokalen. Diese Auszeichnungen stehen bei den Preisträgern hoch im Kurs und nehmen in der Regel zu Hause einen besonderen Platz ein.

Mit Mobilität hatte es der Ku’damm schon immer: Angelegt wurde er bereits 1542 – damals war er „nur“ ein Reitweg, der das Berliner Stadtschloss mit dem Jagdschloss Grunewald verband. Erst nach 1871 wurde er ausgebaut. Als Startschuss für den neuen Ku'damm gilt der 5. Mai 1886.

Text und Fotos: Erwin Halentz

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