Erste Erfahrungen: Volvo S60 und V60 DRIVe

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Zwei Drittel aller Verkäufe des schwedischen Autobauers Volvo machen bei uns die sogenannte „6er Reihe“, also die Limousine S60, der Kombi V60 und der SUV XC 60 aus. Erst im vergangenen Jahr wurde die Mittelklasselimousine eingeführt, hat sich aber schneller und vielleicht auch für den Hersteller selbst überraschend stärker positioniert als der kleine und kompakte C30, der vor ein paar Jahren als kompaktes Lifestyle-Fahrzeug eingeführt wurde.

Jetzt bieten die Nordmänner, die seit August des vergangenen Jahres in chinesischer Hand sind, sowohl die Limousine als auch den Kombi mit einer neuen Öko- und Spartechnik an. Beide Diesel gehen unter dem Label „DRIVe“ an den Markt. Sie werden in beiden Karosserievarianten angetrieben von einem 115 PS starken Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum. Den Kraftstoff-Verbrauch auf 100 Kilometer gibt Volvo mit 4,3 Liter (4,5 Liter beim Kombi) an.

Was steckt an Technik und innovativer Design- und Ingenieurskunst hinter dem Kürzel DRIVe? Auch bei den Schweden hat in der 60er Baureihe bei den DRIVe-Modellen die Start-Stopp-Automatik Einzug gehalten. Ihr Übriges zum „grünen Gewissen“ tun Schaltanzeigen, Bremsenergie-Rückgewinnung und längere Getriebeübersetzungen. Rollwiderstandsarme Reifen und Leichtlauföle ergänzen das Paket. Volvo selbst geht davon aus, dass die neuen Modellvarianten in Zukunft etwa ein Viertel aller Bestellungen bei S60 und V60 ausmachen werden. Dadurch, so hofft das Haus, werde man in Zukunft nicht nur das Privat-, sondern auch das Flottengeschäft intensivieren können.

Volvo wird auch mit der Einführung der neuen Reihe seinem Ruf als Autobauer, der großen Wert auf (passive und aktive) Sicherheits-Ausstattungen legt, gerecht. Das unterstreicht beispielsweise ein neues Safety-Feature, das selbstständig bis zu 30 km/h einen Frontalaufprall entweder vermeidet, oder zumindest dessen Folgen extrem abschwächt. Gegen Aufpreis wird eine weitere Sicherheits-Komponente angeboten, die mittels Kamera und Sensoren-Einsatz auch Fußgänger aus nächster Nähe ausmacht und dann eine Vollbremsung einleitet. Bis zu einem Tempo von etwa 35 km/h funktioniert dieser Passantenschutz für den innerörtlichen Verkehr. Inklusive eines aktiven Tempomats kostet das bei Volvo 1.700 Euro. Darüber hinaus bietet ein für 250 zusätzliche Euro erhältliches Assistenzpaket einen Übermüdungswarner und den im Volksmund „Poporüttler“ genannten Spurwechselassistent.

S60 und V60 wirken mit den vergleichsweise bescheidenen 115 „Pferden“ unter der Haube auf der Landstraße jedoch keineswegs „schwachbrüstig“, wie wir auf unseren ersten ausgedehnten Fahrten feststellen durften. Der Hersteller gibt 10,9 beziehungsweise 11,3 Sekunden für die Zeit von Null bis 100 km/h an. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 195 km/h bzw. 190 km/h. Die Preisliste für den S60 beginnt bei 27.950 Euro, der Kombi V60 fängt bei 29.150 Euro an.

Neben der Einführung der „DRIVe“-Modellreihe hat Volvo in diesem Jahr noch einen veritablen Grund zum Feiern. Eines der spektakulärsten Modelle des traditionsreichen schwedischen Autobauers, der P 1800, wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Das wunderschöne Sportcoupé stand erstmals als Prototyp 1960 auf dem Brüsseler Autosalon. Im Jahr darauf wurde dann die Produktion aufgenommen. Bis zum Produktionsende 1972 wurden vom Volvo P1800 fast 40.000 Exemplare verkauft. Berühmtheit errang die 1800er Reihe nicht nur durch das sportliche Coupé, sondern auch und vor allem durch das Schwestermodell, den Volvo P1800 ES. Der Sportwagen mit dem gläsernen Kombiheck ging als „Schneewittchensarg“ in die Automobilgeschichte ein.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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