Bahrain: Formel-1-Saisonauftakt fraglich

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Am 13. März soll im Golfstaat Bahrain der Auftakt zur neuen Formel-1-Saison und damit auch zum „Unternehmen Titelverteidigung“ für Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull/Foto) fallen. Wegen der angespannten politischen Lage im Nahen Osten und der blutigen Eskalation der Gewalt in vielen Ländern der arabischen Welt ist der Start zur Saison 2011 jedoch erheblich gefährdet. Bei Zusammenstößen zwischen Regime-Gegnern und Polizisten in der Hauptstadt von Bahrain, Manama, soll es bereits Tote gegeben haben. Nicht nur Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zeigt sich jetzt besorgt über die aktuelle Entwicklung.

„Es ist schwer, wirklich einzuschätzen, was dort im Moment passiert. Ich werde versuchen, möglichst schnell mit dem Kronprinzen zu sprechen. Wir sind in unseren Reaktionen darauf angewiesen, was sie uns mitteilen“, sagte Ecclestone am Freitag einer renommierten britischen Tageszeitung. Im schlimmsten Fall müsse das Rennen ausfallen. Bereits in der kommenden Woche soll eine Entscheidung darüber fallen. „Wenn sich die Lage bis Mittwoch nicht beruhigt hat, dann müssen wir es wahrscheinlich absagen“, äußerte sich der 80-jährige Brite. Die Antwort auf die Frage, ob das Rennen unter den derzeitigen Bedingungen stattfinden könne, sei „ganz klar Nein.“ Laut Ecclestone sei aber derzeit noch mit keinem Team wegen der aktuellen Situation in Bahrain Kontakt aufgenommen worden.

Die Sicherheit der Teams und damit auch die der eigenen Mitarbeiter und Zuschauer steht für Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug an erster Stelle. „Die Formel 1 verfolgt die aktuellen Vorkommnisse und Entwicklungen in Bahrain mit großem Bedauern, großer Aufmerksamkeit und großer Sorge. Es steht für unser Haus außer jeder Frage, dass die Sicherheit unserer Mitarbeiter über allem steht“, sagte der Schwabe am Donnerstag einer deutschen Sportnachrichtenagentur. Gemeinsam mit den zuständigen Stellen werde man „vor den geplanten Tests in zwei Wochen und dem geplanten Saisonauftakt präzise Erkundigungen einholen.“

Auch beim Formel-1-Sender RTL macht man sich angesichts der angespannten Nachrichtenlage und der Unsicherheit über die kommenden Entwicklungen offenbar große Sorgen. Allerdings sei man in der Lage, sehr schnell zu reagieren, wenn die Situation es erfordere. „Wir sind ein Nachrichtensender mit einem großen Netzwerk. Daher sind wir voll informiert“, sagte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer am Donnerstag. Der Kölner Sender erwartet aber momentan keine voreilige Entscheidung der Formel-1-Verantwortlichen: „Es wird zum gegebenen Zeitpunkt eine Entscheidung der Vernunft geben.“ RTL sei in kürzester Zeit in der Lage, eine Übertragung zu stemmen. Am Montag oder Dienstag der Rennwoche seien die ersten Mitarbeiter des Senders normalerweise vor Ort.

Text: Jürgen C. Braun
Foto: Red Bull/Getty Images

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