Erste Erfahrungen: Mazda CX-7 im Modelljahr 2010

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Wer Mazda sagt, der meint in erster Linie die Modelle der kompakten Produktlinien 2 und 3. Auch der 6 verkauft sich in der Mittelklasse durchaus erfolgreich und wer vor allem im Sommer nicht nur vorwärts kommen, sondern auch etwas Spaß dabei haben will, der ist mit dem 20-jährigen Geburtstagskind MX-5 bestens bedient.

Freilich hat die Mazda-Palette noch mehr – zum Beispiel das Wankel-Unikat RX-8 und den CX-7 als SUV.

Stichwort Mazda CX-7: Vor gut zwei Jahren haben die Japaner den chicen, kompakten Vielzweck- und Allradsportler ins Rennen gegen BMW X3 und Co. geschickt. Dort schlug er sich mehr schlecht als recht. Nun, damals stattete man den pfiffigen, munteren Springinsfeld nicht einzig und allein mit einem 2,3 Liter großen Turbobenziner und satten 260 PS aus. Der ist zwar durchaus kräftig und fürs Outdoor-Terrain geeignet, doch gegen die sparsame und widerstandsfähige Diesel-Armada der Mitbewerber stand, pardon, Otto Schluckspecht ziemlich allein gelassen da.

Also helfen die Japaner jetzt nach und schicken den CX-7 nach zwei Jahren gründlich überarbeitet mit einem zweiten Anlauf ins Rennen auf Wald und Wiese. Und ein bisschen Asphalt darf es auch noch sein. Wobei gründlich überarbeitet vor allem bedeutet: Leute, seht her, wir haben jetzt auch einen Diesel im Programm. Und was für einen! ´

Unter der Haube, die jetzt auch das neue Gesicht der Mazda-Familie mit viel Chrom und größeren Kühllift-Einlässen trägt, sorgt künftig ein 2,2 Liter großer MZR-CD-Turbodiesel für den erforderlichen Vortrieb. Der erfolgt übrigens immer auf beide Achsen mit variabler Drehmoment-Verteilung. Die Japaner folgen damit nicht dem Beispiel von Konkurrenten, die auch ein rein frontgetriebenes Modell anbieten.

Mit dem 173 PS und 400 Nm starken Diesel-Aggregat erfüllt das überarbeitete Freizeit-Spaßmobil von Mazda dank Abgasreinigung künftig die Euro-5-Norm. Der Selbstzünder beschleunigt den wendigen Pfadfinder CX-7 in 11,3 Sekunden von Null auf 100 km/h die Höchstgeschwindigkeit beträgt 200 km/h. Im Schnitt, so die Mazda-Leute, soll der Mazda CX-7 2.2 MZR-CD mit 7,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer auskommen. Was sicherlich auch zum großen Teil davon abhängt, wie Männlein oder Weiblein auf dem Sitz vorne links mit dem Gaspedal umgeht.

Der Clou des Triebwerks nennt sich Adblue und macht den Selbstzünder noch netter zur Umwelt. Bei der durch Adblue entstehenden chemischen Reaktion werden durch die Einspritzung einer wässrigen Harnstofflösung (das ist Adblue) in den Abgasstrang die bösen Stickoxide in Stickstoff (N2) und Wasser (H2O) umgewandelt. (Mercedes setzt übrigens eine ähnliche Technik bei seinen Bluetec-Modellen ein. Dort sollen durch den Harnstoff-Zusatz sogar bis zu 80 Prozent der Stickoxide gebändigt werden).

Unser erster Eindruck mit dem neuen Ölbrenner, den wir durch die Tiroler Bergwelt und über das oberbayerische Sudelfeld scheuchten: Er beschwert sich nicht, wenn er Drehmoment abrufen soll, er ist kein Raubein, sondern leise und kommod. Kein Wunder also, wenn Mazda nach eigenen Angaben davon ausgeht, dass der Diesel-SUV in Zukunft sage und schreibe 97 Prozent des Gesamtverkaufes ausmachen wird. Zumal der 260 PS auf die Kurbelwelle wuchtende Benziner nur in der komfortabelsten Ausstattungsreihe High-Line eingesetzt wird. Der CX-7 beginnt – strategisch geschickt – mit Diesel-Aggregat als Prime-Line unter 30.000 Euro, bei deren 29.900 nämlich. Die darüber liegende Center-Line steht ab 31.950 Euro in der Preisliste und natürlich auch beim Händler.

Mazda hat sich bei der Zweitauflage des CX-7 aber nicht nur in Sachen Antrieb etwas einfallen lassen. Ein Spurwechselassistent warnt je nach Ausstattung vor Fahrzeugen im Toten Winkel, ebenfalls neu ist das Notbremssignal mit Warnblinkautomatik (ESS). Zusätzliche Extras sind auch 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und ein Navigationssystem mit 4,1-Zoll-LCD-Bildschirm. Hinzu kommt ein durchdachtes, flexibles Baukasten-System, das dafür sorgt, dass der Einkauf nicht durch die Gepäckabteilung fliegt.

Unser Fazit: Der SUV-Markt wächst weiter: Und der Mazda CX-7 dürfte in der zweiten Auflage davon deutlich mehr profitieren als bisher.

Text und Fotos: Jürgen C. Braun

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